Der Bun­des­fi­nanzhof musste sich im Urteil vom 7.11.2013 – IV R 13/10 mit der Frage beschäfti­gen, in welch­er Form das Finan­zamt dem Wech­sel eines abwe­ichen­den Wirtschaft­s­jahrs zus­tim­men kann bzw. zuges­timmt hat. Ein Land- und Forstwirt, der erst nach Beginn des Wirtschaft­s­jahrs für seinen Betrieb erken­nen kann, dass sich aus diesem Betrieb ein Gewer­be­be­trieb her­aus­gelöst hat, kann dem Finan­zamt einen ein­heitlichen Jahresab­schluss für den Gesamt­be­trieb, ver­bun­den mit ein­er sach­lich nachvol­lziehbaren Aufteilung des Gewinns auf den land- und forstwirtschaftlichen Betrieb und den Gewer­be­be­trieb, vor­legen.
Sofern das Finan­zamt der auf dieser Basis erfol­gten Steuer­erk­lärung fol­gt, erk­lärt es nach den Aus­führun­gen des Bun­des­fi­nanzhofs damit kon­klu­dent seine Zus­tim­mung zur Wahl eines abwe­ichen­den Wirtschaft­s­jahrs für den Gewer­be­be­trieb.
Im zugrun­deliegen­den Fall wurde bei einem Land­wirt dessen Tier­hal­tung zum Gewer­be­be­trieb, da der Tierbe­stand die Viehein­heit­en­gren­ze nach dem Einkom­men­steuerge­setz über­stieg. Sein land­wirtschaftlich­es Wirtschaft­s­jahr war vom 1. Juli bis 30. Juni. Nach­dem die Tier­hal­tung gewerblich gewor­den war, ermit­telte der Land­wirt zunächst den Gewinn für die Land­wirtschaft und für den Gewer­be­be­trieb weit­er­hin ein­heitlich und teilte ihn anschließend auf. Dem fol­gte das Finan­zamt im Einkom­men­steuerbescheid.
Auf­grund der ein­gere­icht­en Unter­la­gen, die auch ein dies­bezüglich abwe­ichen­des Wirtschaft­s­jahr bein­hal­teten, kon­nte der Kläger die erk­lärungs­gemäße Ver­an­la­gung dahin ver­ste­hen, dass das Finan­zamt mit der Zugrun­dele­gung der Gewin­ner­mit­tlung dem Grunde nach ein­ver­standen war.

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