Das FG Düs­sel­dorf stellt fest, dass eine mit 2 – 3 Zucht­stuten geführte Pfer­dezucht nicht mit Gewin­nerzielungsab­sicht betrieben wer­den kann.

Sachver­halt: Der Kläger K war in den Stre­it­jahren nicht­selb­st­ständig tätig. Erst­mals im Jahr 2004 erk­lärte er gegenüber dem Finan­zamt (FA) Einkün­fte aus Land- und Forstwirtschaft (Pfer­dezucht im
Neben­er­werb). In den Jahren 2004 bis 2010 erk­lärte er pro Jahr jew­eils Ver­luste zwis­chen ca. 9.000 und 16.500 €. Gehal­ten wur­den zwis­chen 1 – 3 Zucht­stuten, in einzel­nen Jahren wurde jew­eils ein
Fohlen veräußert. Ander­er­seits sind Fohlen tot geboren oder auch mal eine Zucht­stute veren­det. Für 2004 bis 2009 berück­sichtigte das FA die Ver­luste nach § 165 Abs. 1 AO. Auf eine Anfrage zur
Gewin­nerzielungsab­sicht teilte K mit, er habe vor Auf­nahme der Tätigkeit keine Mark­tun­ter­suchung vorgenom­men. Er rechne noch zwei Jahre lang mit Ver­lus­ten, danach wür­den Gewinne erwartet.
Werbe­maß­nah­men seien nicht durchge­führt wor­den. Er widme ca. 60 Stun­den monatlich der Tätigkeit. Am 21.09.2009 teilte er mit, es sei geplant, die Pfer­dezucht auf vier Zucht­stuten zu erweit­ern. Die sechs vorhan­de­nen Ställe wür­den dann für Pen­sion­spferde genutzt. In 2004 sei eine Bau­genehmi­gung für einen neuen Stall beantragt wor­den. Für das Wirtschaft­s­jahr 2009/2010 werde ein Gewinn von ca. 12.000 Euro erwartet. Nach dem Bau des Stalles sei mit einem Gewinn von 18.000 Euro bis 20.000 Euro zu rech­nen. Am 10.02.2012 teilte K mit, der Bauantrag sei abgelehnt wor­den, so dass die Zusatzein­nah­men für Pen­sion­spferde weg­fie­len. Zwei tra­gende Zucht­stuten seien veren­det, eine habe ver­fohlt. Die Pfer­dezucht werde zum 31.12.2010 aufgegeben. Durch Einkom­men­steuerbeschei­de aus 2012 erkan­nte das FA die Ver­luste 2004 — 2010 nicht mehr an. Im dage­gen ein­gelegten Ein­spruch trug K vor, er habe die Land- und Forstwirtschaft been­det, als klar gewor­den sei, dass ein Über­schuss nicht erzielt werde. Den Ein­sprüchen für 2004 bis 2006 gab das FA statt, die Ein­sprüche für 2007 bis 2010 wies es zurück.
Entschei­dung: Das FG bestätigt die Recht­sauf­fas­sung des FA, wonach wegen fehlen­der Gewin­nerzielungsab­sicht eine steuer­lich nicht rel­e­vante Lieb­haberei vor­liege und erläutert die
all­ge­meinen Grund­sätze zur Abgren­zung der Lieb­haberei von der Gewin­nerzielungsab­sicht. Anschließend führt es aus warum im Stre­it­fall Lieb­haberei anzunehmen ist. K hat nach 2006 den Betrieb
unverän­dert fort­ge­führt, obwohl die Ver­luste sog­ar gestiegen sind. Nach Ansicht des FG kon­nte die von K unter­hal­tene Pfer­dezucht von vorn­here­in keinen Total­gewinn abw­er­fen. Man­gels ein­er objek­tiv­en Gewin­nerzielungsmöglichkeit hat­te K auch keine Gewin­nerzielungsab­sicht. Ob the­o­retisch eine Gewin­n­chance bestand, genügt zur Annahme ein­er Gewin­nerzielungsab­sicht nicht. Die in den Jahren 2004 bis 2010 unter­hal­tene Pfer­dezucht führte ins­ge­samt zu Ver­lus­ten von rd. 70.000 €. Diese sind durch mögliche stille Reser­ven bei weit­em nicht aus­geglichen. Die Pfer­dezucht wurde auch nicht nach betrieb­swirtschaftlichen Grund­sätzen betrieben. Die Verkäufe der Fohlen erfol­gten nicht auf Auk­tio­nen, son­dern über Bekan­nte bzw. Inser­ate in Pfer­dezeitschriften. Die erhofften hohen Preise für Fohlen entsprachen nicht ein­er real­is­tis­chen Ein­schätzung der Mark­t­si­t­u­a­tion. Ins­beson­dere kön­nen auf Fohlen-Auk­tio­nen erzielte Preise nicht als Ver­gle­ich­spreise herange­zo­gen wer­den. Im Übri­gen werde die Pfer­dezucht auf ein­er zu schmalen Basis betrieben, um wirtschaftlich mit Gewinn zücht­en zu kön­nen. Bei der Pfer­dezucht kommt die Qual­ität im Ganzen aus der Quan­tität. Hohe Verkauf­spreise sind regelmäßig nur zu erzie­len, wenn aus ein­er genü­gend großen Zahl von Fohlen die Besten aus­gewählt wer­den kön­nen. Nur dann ist ein entsprechen­der Gewinn zu erwarten. Dieser muss nicht nur die beträchtlichen Aufzucht- und Aus­bil­dungskosten der verkauften Tiere deck­en, son­dern züch­ter­ische Fehlschläge bei nicht abge­set­zten Pfer­den aus­gle­ichen.

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