Mit Schreiben vom 27.6.2014 – IV D 4 – S 2163/14/10001 hat das Bun­desmin­is­teri­um der Finanzen (BMF) hin­sichtlich der Bew­er­tung mehrjähriger Kul­turen in Baum­schul­be­trieben nach § 6 Abs. 1 Nr. 2 Einkom­men­steuerge­setz (EStG) Neuregelun­gen für die Wirtschaft­s­jahre 2013/2014 bzw. für das mit dem Kalen­der­jahr 2014 übere­in­stim­mende Wirtschaft­s­jahr (Wj) bekan­nt­gegeben. Anzuwen­den sind diese Neuregelun­gen let­zt­mals für das Wj 2017/2018 bzw. in dem mit dem Kalen­der­jahr 2018 übere­in­stim­menden Wj. Die Neuregelun­gen sollen die jährliche Bestand­sauf­nahme erle­ichtern. Auch soll die Bew­er­tung des Umlaufver­mö­gens im Wege der Schätzung eines Pflanzenbe­standswerts vere­in­facht wer­den.
Aus Vere­in­fachungs­grün­den wer­den die am Bilanzs­tich­tag eines Wj vorhan­de­nen Pflanzen sowie das Saatgut auf die zu bew­er­tende Baum­schulfläche bezo­gen (Pflanzen­wert). Zur Ermit­tlung dieses Wertes wer­den die Anschaf­fungskosten für die Jungpflanzen, Säm­linge, Steck­linge usw. sowie das Saatgut des laufend­en Wj herange­zo­gen. Aus den Aufze­ich­nun­gen des jew­eili­gen Wj muss erkennbar sein, welche Waren der Auf­schu­lung und welche als Han­del­sware dienen.
Zur Baum­schul­be­trieb­s­fläche gehören die selb­st bewirtschafteten Flächen eines Betriebes sowie die Hof- und Gebäude­flächen, die zur Erzeu­gung und Ver­mark­tung von mehrjähri­gen Kul­turen bes­timmt sind. Das BMF-Schreiben enthält ein Schema für die der Bew­er­tung zugrunde zu leg­ende Fläche.
Zur Ermit­tlung des Flächen­werts sind für Flächen bzw. Flächenan­teile mit Forstpflanzen 4.200 Euro/Hektar und für Flächen bzw. Flächenan­teile aller übri­gen Pflanzen 8.200 Euro/Hektar anzuset­zen. Für Pflanzen, die in Töpfen oder Con­tain­ern erzeugt oder ver­mark­tet wer­den, ist der Flächen­wert um 40 Prozent zu erhöhen. Entsprechen­des gilt für Pflanzen auf Schau-, Ausstel­lungs- und Verkaufs­flächen.
Der Pflanzenbe­standswert eines Wj set­zt sich aus dem Pflanzen­wert und dem Flächen­wert zusam­men. Um die durch­schnit­tliche Umtrieb­szeit mehrjähriger Kul­turen zu berück­sichti­gen, ist der aktivierte Pflanzen­wert eines Wj in den nach­fol­gen­den Wj um bes­timmte Prozentsätze zu min­dern (siehe im Einzel­nen das BMF-Schreiben).
Das BMF stellt klar, dass mehrjährige Kul­turen eines Baum­schul­be­triebs – unab­hängig vom Vor­liegen eines Betriebes der Land- und Forstwirtschaft oder eines Gewer­be­be­triebes – ins­ge­samt entwed­er nach den vorste­hen­den Vere­in­fachungsregelun­gen oder nach den all­ge­meinen Grund­sätzen zu erfassen und zu bew­erten sind. Sofern die Anwen­dung der Vere­in­fachungsregelun­gen gewählt wurde, müssen diese Meth­o­d­en grund­sät­zlich beibehal­ten wer­den. Sie gel­ten für die gesamte Baum­schul­be­trieb­s­fläche. Aus­geschlossen ist dann eine Bew­er­tung mit dem niedrigeren Teil­w­ert. Die Vere­in­fachungsregelun­gen dür­fen nicht bzw. nicht mehr in Anspruch genom­men wer­den, wenn die mehrjähri­gen Kul­turen in ein­er Schluss­bi­lanz des Betriebes für vor­ange­gan­gene Wj, bei einem Wech­sel zum Betrieb­sver­mö­gensver­gle­ich oder erst­mals in ein­er Bilanz als Umlaufver­mö­gen mit den tat­säch­lichen Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungskosten aus­gewiesen wur­den.
Wenn die Neuregelun­gen zur Erfas­sung und Bew­er­tung der Pflanzen und des Saatguts angewen­det wer­den, kann im Ver­gle­ich zur Anwen­dung der bish­eri­gen Grund­sätze im Wj 2014/2015 bzw. 2015 ein Gewinn entste­hen. Dem Steuerpflichti­gen wird deshalb in Höhe von höch­stens vier Fün­fteln des durch die Anwen­dung der Vere­in­fachungsregelung entste­hen­den Gewinns in der Schluss­bi­lanz des Wj eine den steuer­lichen Gewinn min­dernde Rück­lage zuge­s­tanden. Sie ist in den fol­gen­den Wj mit min­destens einem Vier­tel der höch­st­möglichen Rück­lage gewin­ner­höhend aufzulösen (vgl. Beispiel im BMF-Schreiben).

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