Ende Juli 2014 hat das Bun­desmin­is­teri­um der Jus­tiz und für Ver­brauch­er­schutz (BMJV) den Entwurf eines Bilanzrichtlin­ie-Umset­zungs­ge­set­zes (Bil­RUG) veröf­fentlicht. Dieser Entwurf hat seine Grund­lage in der Richtlin­ie 2013/34/EU, die das Europäis­che Par­la­ment und der Rat am 26.6.2013 ver­ab­schiedet haben. Diese Richtlin­ie ist bis zum 20.7.2015 in nationales Recht umzuset­zen.
Der Geset­zen­twurf sieht unter anderem Änderun­gen der bilanzrechtlichen Vorschriften des Han­dels­ge­set­zbuchs (HGB) vor. Vorge­se­hen ist die Möglichkeit der Anhebung der Schwellen­werte für die Einord­nung klein­er, mit­tel­großer und großer Kap­i­talge­sellschaften sowie mit­tel­großer und großer Konz­erne. Mit dieser Regelung sollen die bürokratis­chen Belas­tun­gen für kleinere Kap­i­talge­sellschaften und Konz­erne gesenkt wer­den, da sie somit von bes­timmten größen­ab­hängi­gen Vor­gaben freigestellt wer­den, die sich aus den bish­eri­gen Schwellen­werten ergeben.
Darüber hin­aus ist eine Ver­ringerung der Anhangangaben ins­beson­dere für kleine Kap­i­talge­sellschaften geplant. Im Ein­klang mit der Richtlin­ie 2013/34/EU soll auf solche Anhangangaben verzichtet wer­den, die typ­is­cher­weise nur für das Ver­ständ­nis von Kap­i­talge­sellschaften ab ein­er gewis­sen Größe benötigt wer­den, nicht jedoch für kleinere Kap­i­talge­sellschaften.
Vorge­se­hen sind weit­ere Erle­ichterun­gen, zu denen die Wiedere­in­führung der Möglichkeit der geson­derten Anteils­be­sit­zliste gehört. Her­vorzuheben ist außer­dem, dass die Richtlin­ie 2013/34/EU erst­mals neue Regelun­gen für die Trans­parenz von Unternehmen des Rohstoff­sek­tors über Zahlun­gen an staatliche Stellen fordert, die bish­er im HGB keine Entsprechung hat­ten.