Im Urteil des Finanzgerichts Sach­sen (FG) vom 12.2.2014 – 8 K 608/09 war stre­it­ig, ob bei der Gewin­ner­mit­tlung der Klägerin im Stre­it­jahr aufwandswirk­same Wert­min­derun­gen des ste­hen­den Holzes zu berück­sichti­gen sind.
Die Klägerin ist eine Gesellschaft bürg­er­lichen Rechts (GbR), an der A zu 25,95 %, B zu 31,29 %, C zu 25,27 % und D zu 17,85 % beteiligt sind. Ihren Gewinn ermit­telt die Gesellschaft durch Betrieb­sver­mö­gensver­gle­iche. Die Gesellschafter der Klägerin erwar­ben mit notariellem Ver­trag forstwirtschaftliche Flächen und grün­de­ten die GbR zur Erzielung forstwirtschaftlich­er Einkün­fte.
Die Anschaf­fungskosten in Höhe von ca. 391.000 € ent­fie­len in Höhe von ca. 357.000 € auf das ste­hende Holz. Die Klägerin hat­te ein abwe­ichen­des Wirtschaft­s­jahr vom 1. Juli bis zum 30. Juni. Das Rumpfwirtschaft­s­jahr 2005/2006 wurde begin­nend mit August 2005 mit elf Monat­en angenom­men. In diesem Rumpfwirtschaft­s­jahr ern­tete die Klägerin Stammholz für ca. 114.000 €. Die von ihr in diesem Zusam­men­hang gel­tend gemachte Wert­min­derung des ste­hen­den Holzes erkan­nte das Finan­zamt nicht an. Eine Min­derung der Anschaf­fungs- und Her­stel­lungskosten des Wirtschaftsguts Waldbe­stock­ung könne nur gel­tend gemacht wer­den, wenn sämtlich­es Holz eines Bestandes, der ein selb­st­ständi­ges Wirtschaftsgut darstelle, eingeschla­gen würde. Gle­ich­es gelte, sofern auf ein­er min­destens einen Hek­tar großen zusam­men­hän­gen­den Teil­fläche (die mehreren selb­st­ständi­gen Bestän­den zuzuord­nen sei) ein Kahlschlag erfolge. Vor­liegend habe die Holz­ernte max. 60 % des hiebreifen Holzes betra­gen.
Das FG führte dazu aus, dass ste­hen­des Holz bis zum Zeit­punkt des Ein­schlags zum Anlagev­er­mö­gen eines forstwirtschaftlichen Betriebs gehört. Erst mit der Tren­nung des Holzes von der Wurzel wech­selt es in das Umlaufver­mö­gen.
Als Wirtschaftsgut des nichtab­nutzbaren Anlagev­er­mö­gens ist vor­liegend wed­er das ste­hende Holz eines gesamten Waldes noch der einzelne Baum anzuse­hen, son­dern ein soge­nan­nter Baum- oder Waldbe­stand. Bei dieser Beurteilung spie­len die Einge­bun­den­heit des einzel­nen Baumes in ein Bestands­ge­füge, die Beurteilung der Eigen­schaft des Wirtschaftsgutes anhand des Nutzungszusam­men­hangs und Funk­tion­szusam­men­hangs zwis­chen mehreren Bäu­men sowie die Verselb­ständi­gung einzel­ner Baumbestände eine Rolle.
Das maßge­bliche nicht abnutzbare Wirtschaftsgut Waldbe­stand, als kle­in­ste Ein­heit der forstwirtschaftlichen Waldein­teilung mit min­destens einem Hek­tar, ist durch seine bes­tim­mungs­gemäße forstwirtschaftliche Nutzung nicht dauer­haft im Werte gemindert, sodass eine Teil­w­ertab­schrei­bung sowohl bei einem Kahlschlag als auch bei der in Deutsch­land ver­bre­it­eteren End­nutzung mit­tels sukzes­siv­en Ein­schlags mit gle­ichzeit­iger Naturver­jün­gung oder Nach­pflanzung nicht gegeben ist.
Die Wert­min­derung des ste­hen­den Holzes auf­grund der End­nutzung mit­tels sukzes­siv­en Ein­schlags ist wie auch beim Kahlschlag im Wege der Buch­w­ertab­spal­tung vorzunehmen (Erhöhung der Her­stel­lungskosten des dem Umlaufver­mö­gen zuzuord­nen­den geschla­ge­nen Holzes). Eine die weit­ge­hende Wert­min­derung und damit eine Buch­w­ertab­spal­tung recht­fer­ti­gende Annahme der sukzes­siv­en End­nutzung eines hieb­sreifen Baumbe­standes erfordert eine Ein­schlag­menge von min­destens 10 %.
Das FG hat die Revi­sion zuge­lassen, da die für die Annahme der (sukzes­siv­en) End­nutzung eines hiebreifen Baumbe­stands erforder­liche Ein­schlags­menge, die zu ein­er „weit­ge­hen­den Sub­stanz- und Wert­min­derung“ führt, bish­er höch­strichter­lich nicht gek­lärt wurde. Die Revi­sion ist beim BFH unter dem Akten­ze­ichen IV R 21/14 anhängig.

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