Mit Schreiben vom 4.12.2014 – HLBS-Doku. Nr. 8.1.103 haben die Finanzbe­hör­den der Län­der zur Bew­er­tung des land- und forstwirtschaftlichen Ver­mö­gens für Zwecke der Erb­schaft-/Schenkung­s­teuer in Fällen der Nutzungsüber­las­sung Stel­lung genom­men. Aus­ge­hend von der Def­i­n­i­tion der land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeit in § 158 Abs. 1 Bew­er­tungs­ge­setz (BewG) wer­den bei der Über­tra­gung eines Betriebs im Falle ein­er Nutzungsüber­las­sung im Wesentlichen fol­gende Fall­grup­pen unter­schieden:
Betriebe der Land- und Forstwirtschaft mit vollem Besatz: Dazu zählen die Betrieb­sver­pach­tung im Ganzen und die eis­erne Ver­pach­tung. In diesen Fällen erfol­gt eine Bew­er­tung nach dem Regel­er­tragswertver­fahren und dem Min­dest­wertver­fahren.
Bei der Betrieb­sver­pach­tung im Ganzen erfol­gt die Bew­er­tung nach dem Reingewin­nver­fahren (§ 163 BewG) und dem Min­dest­wertver­fahren (§ 164 BewG). Bei der eis­er­nen Ver­pach­tung (§ 582a BGB) übern­immt der Pächter das Inven­tar zum Schätzw­ert und verpflichtet sich, nach Beendi­gung der Pacht das Inven­tar zum aktuellen Schätzw­ert dem Ver­pächter zurück­zugeben. Die Bew­er­tung erfol­gt eben­falls nach § 163 BewG und § 164 BewG.
Bei den Betrieben der Land- und Forstwirtschaft mit unvoll­ständi­gem Besatz wer­den zwei Unter­grup­pen unter­schieden: Betriebe, bei denen die Wirtschafts­ge­bäude und/oder Betrieb­smit­tel fehlen und am Bew­er­tungsstich­tag weniger als 15 Jahre oder min­destens 15 Jahre einem anderen Betrieb zu dienen bes­timmt sind (§160 Abs.7 BewG). Die Bew­er­tung erfol­gt gem. § 162 Abs. 2 BewG nur mit dem Min­dest­wert nach § 164 BewG. Man­gels Selb­st­be­wirtschaf­tung ent­fällt der Ansatz des Besatzkap­i­tals.