Nach der Entschei­dung des Bun­des­fi­nanzhofs (BFH) vom 10.9.2014 – XI R 33/13 unter­liegen die Umsätze eines Land­wirts aus dem Ein­stellen, Füt­tern und Betreuen von nicht zu land- oder forstwirtschaftlichen Zweck­en gehal­te­nen Pfer­den nicht der Durch­schnittssatzbesteuerung nach § 24 Umsatzs­teuerge­setz (UStG) und sind dem Regel­s­teuer­satz zu unter­w­er­fen.
Im zu entschei­den­den Fall betrieb ein Land­wirt auf seinem land­wirtschaftlichen Anwe­sen u.a. eine Pen­sions-pfer­de­hal­tung. Bei den Pen­sion­spfer­den han­delte es sich um Fohlen, einige ältere Pferde zur Rekon­va­leszenz sowie um „Gnaden­brotpferde“. Die Pferde wur­den in Grup­pen getren­nt nach Alter und Geschlecht gehal­ten.
Für 100 € bzw. 120 € pro Monat und Pferd wur­den vom Land­wirt die Leis­tun­gen „Offen­stall­hal­tung, Wei­de­gang, Fut­ter und Entwur­mung“ ange­boten. Die Kosten für Tier­arzt und Schmied wur­den extra berech­net. Der Land­wirt unter­warf sowohl die Umsätze aus der Land­wirtschaft als auch diejeni­gen aus der Pen­sion­spfer­de­hal­tung der Durch­schnittssatzbesteuerung nach § 24 UStG.
Nach der Entschei­dung des BFH ist alleine maßge­blich, ob es sich bei den erbracht­en Leis­tun­gen um solche han­delt, die land­wirtschaftlichen Zweck­en dienen. Auch wenn die Fohlen und die Gnaden­brotpferde nicht dem Reit­sport dien­ten, dien­ten sie den­noch nicht land­wirtschaftlichen Zweck­en, son­dern „Freizeitzweck­en“.
Die Anwen­dung der Durch­schnittssatzbesteuerung komme auch unter dem Gesicht­spunkt des Hütens, der Zucht und des Mästens von Vieh nicht in Betra­cht.

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