Eine Real­teilung liegt auch dann vor, wenn die bish­erige Mitun­ternehmer­schaft aufgelöst und in Form eines Einzelun­ternehmens fort­ge­führt wird.
Wer­den bei ein­er Per­so­n­enge­sellschaft im Zuge ein­er Real­teilung Teil­be­triebe, Mitun­ternehmer­an­teile oder einzelne Wirtschafts­güter in das jew­eilige Betrieb­sver­mö­gen der einzel­nen Mitun­ternehmer über­tra­gen, sind bei der Ermit­tlung des Gewinns der Mitun­ternehmer­schaft die Wirtschafts­güter mit ihren Buch­w­erten anzuset­zen (§ 16 Abs. 3 Satz 2 EStG). Nach dem Urteil des FG Köln vom 12.3.2014 – 4 K 1546/10 gilt das auch dann, wenn die Per­so­n­enge­sellschaft durch Liq­ui­da­tion aufgelöst wird und der bish­erige Betrieb durch einen Gesellschafter fort­ge­führt wird.
Im Stre­it­fall hat­te der Kom­man­di­tist ein­er GmbH & Co. KG den bish­eri­gen Betrieb der Gesellschaft als Einzelun­ternehmen fort­ge­führt. Dabei war für die Annahme ein­er Real­teilung unschädlich, dass die Kom­ple­men­tär-GmbH, die nicht am Ver­mö­gen der KG beteiligt war, nicht an der Ver­mö­gens-auseinan­der­set­zung teil­nahm.
Das Finanzgericht ver­trat die Auf­fas­sung, dass es nicht dem Wesen der steuer­lichen Real­teilung entspreche, für steuer­liche Zwecke eine Beteili­gung ein­er nicht am Gesellschaftsver­mö­gen beteiligten Kom­ple­men­tär-GmbH an der Auseinan­der­set­zung zu ver­lan­gen, obgle­ich dies wirtschaftlich wider­sin­nig wäre. Die Real­teilung erfordert sog­ar zwin­gend eine Fort­set­zung der betrieblichen Tätigkeit, denn die bish­eri­gen Mitun­ternehmen müssen die Wirtschafts­güter anderen Betrieb­sver­mö­gen zuführen, damit die spätere Ver­s­teuerung der stillen Reser­ven weit­er­hin sichergestellt ist.

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