Das Finanzgericht Baden-Würt­tem­berg (FG) musste sich mit Urteil vom 19.11.2014 – 1 K 3220/12 mit der Frage beschäfti­gen, wie sich die Inanspruch­nahme eines Investi­tion­s­abzugs­be­trages, der außer­halb der Bilanz vom Gewinn ein­er Kom­man­dit­ge­sellschaft (KG) abzuziehen war, auf den Ver­lustabzug bei einem Kom­man­di­tis­ten mit neg­a­tivem Kap­italkon­to auswirkt.
Das FG entsch­ied, dass ein außer­bilanziell erfasster Investi­tion­s­abzugs­be­trag für die Aus­gle­ichs- und Abzugs­beschränkung der beschränkt haf­ten­den Gesellschafter wie Son­der­be­trieb­sver­mö­gen zu behan­deln ist. Dem­nach komme hier eine Ver­lust­beschränkung nicht infrage. Der außer­bilanzielle Charak­ter des Investi­tion­s­abzugs­be­trages bedeute, dass dieser sich unab­hängig vom Stand des Kap­italkon­tos auswirke, was dem Regelungsziel des Geset­zge­bers entspreche. Anders sei dies bei der außer­bilanziellen Hinzurech­nung von nichtabzugs­fähi­gen Betrieb­saus­gaben.
Im Gegen­satz zum Investi­tion­s­abzugs­be­trag hät­ten sich diese (außer­bilanziellen) Hinzurech­nun­gen zunächst ergeb­nis­min­dernd in der Steuer­bilanz aus­gewirkt und seien entsprechend bei der Bes­tim­mung des nicht aus­gle­ichs­fähi­gen Ver­lustes zu berück­sichti­gen. Im Ergeb­nis bedeutet dies, dass die Bil­dung eines Investi­tion­s­abzugs­be­trages, auch bei neg­a­tiv­en Kap­italkon­ten der Gesellschafter, zu einem abzugs- und aus­gle­ichs­fähi­gen Ver­lust führen dürfte.
Gle­ichzeit­ig bee­in­flusst die Auflö­sung des Investi­tion­s­abzugs­be­trages nicht die Kap­italkon­ten der Gesellschafter und darf in der Folge bei der geson­derten Fest­stel­lung der nicht aus­gle­ichs­fähi­gen Ver­luste der Gesellschafter nicht berück­sichtigt wer­den.