Die Klägerin in der Entschei­dung des Bun­des­fi­nanzhofs (BFH) vom 12.11.2014 – X R 19/13 bestellte Mitte März 2008 eine Pho­to­voltaikan­lage, die im April 2008 geliefert und in Betrieb genom­men wurde.
In ihrer Einkom­men­steuer­erk­lärung nahm die Klägerin aus­ge­hend von den Net­toan­schaf­fungs-/Her­stel­lungskosten der Anlage einen Investi­tion­s­abzug in Höhe von 40% vor und zog vom verbleiben­den Betrag unter Berück­sich­ti­gung ein­er 20-jähri­gen Nutzungs­dauer zei­tan­teilige Abset­zun­gen für Abnutzung (AfA) ab.
Im Einkom­men­steuerbescheid ließ das Finan­zamt den erk­lärten Investi­tion­s­abzug nicht zu, weil „dies kraft Geset­zes im Jahr der Anschaf­fung“ aus­geschlossen sei. Die Steuer­be­hörde set­zte jedoch eine Son­der­ab­schrei­bung in Höhe von 20% der Anschaf­fungs-/Her­stel­lungskosten der Pho­to­voltaikan­lage sowie eine zei­tan­teilige AfA für neun Monate nach § 7 Abs. 1 Einkom­men­steuerge­setz (EStG) an.
Der BFH entsch­ied, dass der Klägerin kein Investi­tion­s­abzug gemäß § 7g Abs. 1 EStG 2008 zuste­ht. Dieser Abzug set­zt die Absicht ein­er kün­fti­gen Anschaf­fung eines abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsguts voraus. Das begün­stigte Wirtschaftsgut muss in den dem Wirtschaft­s­jahr des Abzugs, also der Inanspruch­nahme des Investi­tion­s­abzugs, fol­gen­den drei Wirtschaft­s­jahren angeschafft oder hergestellt wer­den. Der Investi­tion­s­abzugs­be­trag (IAB) darf nach dem ein­deuti­gen Geset­zeswort­laut nur für den kün­fti­gen Erwerb bzw. die kün­ftige Her­stel­lung eines Wirtschaftsguts gebildet wer­den, sodass die Inanspruch­nahme des IAB im Jahr der Investi­tion (Anschaffung/Herstellung des begün­stigten Wirtschaftsguts) nicht in Betra­cht kommt.

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