Die erb­schaft­s­teuer­liche Freis­tel­lung eines Fam­i­lien­heims gemäß § 13 Abs. 1 Nr. 4c Erb­schaft- und Schenkung­s­teuerge­setz (Erb­StG) und von ver­mi­etetem Grund­ver­mö­gen gemäß § 13c Abs. 1 Erb­StG set­zt nach dem Urteil des Finanzgerichts Nieder­sach­sen (FG) vom 26.9.2013 – 3 K 525/12 im Falle ein­er Erbau­seinan­der­set­zung nicht voraus, dass diese inner­halb von sechs Monat­en erfol­gt.
Nach Mei­n­ung der Finanzver­wal­tung (in R E 13.4 Abs. 5 Satz 4, Abs. 7 Satz 6 Erb­schaft­s­teuer­richtlin­ien 2012) soll die erb­schaft­s­teuer­liche Freis­tel­lung im Falle ein­er freien Erbau­seinan­der­set­zung unter den Erben nur dann zur Anwen­dung kom­men, wenn diese zeit­nah erfol­gt. Als „zeit­nah“ wird dabei ein Zeitraum von sechs Monat­en ange­se­hen. Das FG fol­gt dieser ein­schränk­enden Auf­fas­sung nicht, da sie wed­er im Wort­laut noch in Sys­tem­atik oder Zweck der Vorschrift eine Grund­lage find­et. Der Wort­laut des § 13 Abs. 1 Nr. 4c Satz 4 Erb­StG enthält keine zeitliche Beschränkung. Auch aus der Sys­tem­atik ergibt sich keine Ein­schränkung. Grund­sät­zlich wer­den den Miter­ben die im Nach­lass zusam­menge­fassten Wirtschafts­güter anteilig als Erwerb von Todes wegen zugerech­net. Die Verteilung der Nach­lass­posten bei der Erbau­seinan­der­set­zung ist für die Besteuerung regelmäßig unbeachtlich.
Bei der Bes­tim­mung der zeitlichen Kom­po­nente hin­sichtlich der geforderten unverzüglichen Selb­st­nutzung des Fam­i­lien­heims ist vielmehr auf die Umstände des Einzelfalls abzustellen. Vor allem ist zu berück­sichti­gen, ob eine – ggf. lang­wierige – Erbau­seinan­der­set­zung vor­liegt.
Die Revi­sion ist beim BFH unter dem Az. II R 39/13 anhängig.

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