Der Ent­nah­me­fik­tion des § 52 Abs. 15 Satz 6 EStG a.F. unter­fall­en auch nicht aus­ge­baute (Dachgeschoss-)Räume, wenn diese zwar mit der Erstel­lung der zu eige­nen Wohnzweck­en dienen­den Woh­nung nicht mit aus­ge­baut wer­den, es sich aber um pri­vat genutzte „gefan­gene“ Räume han­delt – so das FG Schleswig-Hol­stein in seinem Urteil vom 17.2.2015 – 3 K 165/11.
Die Klägerin hat­te 1972 die 1. Etage des dreigeschos­si­gen Wirtschafts­ge­bäudes zu ein­er Woh­nung aus­ge­baut. Zu ihr gehörte ein Dachbo­den, der nur über den Flur der Woh­nung erre­ich­bar war. Der Geset­zge­ber stellte 1986 die Besteuerung selb­st genutzter Woh­nun­gen von der Nutzungswertbesteuerung zur Kon­sumgut­lö­sung um. Ende 1992 wählte die Klägerin die Nutzungswertbesteuerung ab, führte aber die stre­it­ige Dachgeschoss­fläche nicht sep­a­rat im Vor­druck auf. Im Jahr 2001 wurde das Dachgeschoss zu ein­er weit­eren Woh­nung aus­ge­baut und ab 1.7.2002 dem Sohn über­lassen. Im Rah­men ein­er Betrieb­sprü­fung ver­trat der Prüfer die Auf­fas­sung, dass die Dachgeschoss­woh­nung aus dem land­wirtschaftlichen Betrieb­sver­mö­gen zu ent­nehmen sei. Der Ein­spruch dage­gen blieb erfol­g­los.
Das Finanzgericht gab der Klage statt. Nach seinem Urteil ist der Ansatz ein­er Pri­va­tent­nahme zu Unrecht erfol­gt, da das Dachgeschoss bere­its mit der Abwahl der Nutzungswertbesteuerung als ent­nom­men galt und somit im Wirtschaft­s­jahr 2002/2003 Gegen­stand des Pri­vatver­mö­gens war. Nach § 52 Abs. 15 Satz 4 EStG a.F. kon­nte der Steuerpflichtige unwider­ru­flich die Abwahl der Nutzungswertbesteuerung in der sog. Über­gangszeit wählen. Ein Ent­nah­megewinn blieb dann gem. § 52 Abs. 15 Satz 7 EStG a.F. außer Ansatz

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