Der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 6.5.2015 – II R 9/13 entsch­ieden, dass eine Deck­hengsthal­tung, die gemessen am Flächen­schlüs­sel gem. § 51 Abs. 1a BewG auf ein­er aus­re­ichen­den Fut­ter­grund­lage erfol­gt, auch dann der land­wirtschaftlichen Nutzung i.S. des § 34 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. a Bew­er­tungs­ge­setz (BewG) zuzurech­nen ist, wenn der Pfer­de­samen in ein­er betrieb­s­frem­den Besamungssta­tion gewon­nen wird und die Heng­ste im Pfer­de­sport als Dres­surpferde ver­wen­det wer­den.
Die Klägerin betrieb eine Pfer­dezucht mit eige­nen Stuten und zwei eige­nen Deck­heng­sten, deren Samen auch über eine fremde Besamungsan­lage ver­mark­tet wurde. Zusät­zlich wur­den die Heng­ste als Dres­surpferde einge­set­zt.
Das Finan­zamt stellte den Ein­heitswert des Betriebs fest, indem es die Erträge aus der Deck­hengsthal­tung in Form eines Einzel­er­tragswerts gem. § 37 Abs. 2 BewG anset­zte. Die Klägerin beantragte eine fehler­berichti­gende Wert­fortschrei­bung, da es sich nicht um einen Neben­be­trieb oder eine Son­der­nutzung i.S. des § 34 Abs. 2 Nr. 1 Buchst. e BewG han­dele. Das Finan­zamt lehnte den Antrag ab.
Das Finanzgericht gab der Klägerin Recht. Mit der Ver­mark­tung der Samen zu Zuchtzweck­en ver­lasse die Klägerin nicht den Bere­ich der land­wirtschaftlichen Nutzung.
Der BFH bestätigte die Auf­fas­sung des Finanzgerichts. Die Hal­tung und die Zucht von Pfer­den gehören unter den Voraus­set­zun­gen des § 51 Abs. 1a BewG zur land­wirtschaftlichen Nutzung, wenn die Tiere eine aus­re­ichende Fut­ter­grund­lage haben. Auf die konkrete Ver­wen­dung der Pferde kommt es nicht an.

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