Das BMF hat am 27.8.2015 – III C 2 – S- 7410/07/10005 den USt-Anwen­dungser­lass (UStAE) in den Abschnit­ten 12.2. und 24.3 geän­dert und damit die Kon­se­quen­zen aus den BFH-Urteilen vom 10.9.2014 – XI R 33/13 und vom 21.1.2015 – XI R 13/13 gezo­gen. Die Durch­schnittssatzbesteuerung auf son­stige Leis­tun­gen eines Land- und Forstwirts ist nicht mehr schon deshalb aus­geschlossen, weil der Leis­tungsempfänger kein Land- oder Forstwirt ist.
Wird die son­stige Leis­tung an eine Per­son erbracht, die keine Tätigkeit der land­wirtschaftlichen (lw) Erzeu­gung ausübt, so ist davon auszuge­hen, dass die Leis­tung nicht zur lw Erzeu­gung beiträgt. Betreibt der Leis­tungsempfänger eine Tierzucht oder Tier­hal­tung außer­halb eines luf Betriebs, ist diese dann eine Tätigkeit der lw Erzeu­gung, wenn er sie jew­eils in Verbindung mit der Boden­be­wirtschaf­tung und in den Fällen der Tier­hal­tung außer­dem nicht lediglich aus pri­vat­en Grün­den betreibt.
Beispiel 1: Ein pauschalieren­der Land­wirt ver­mi­etet Wohn­mo­bilis­ten für den Win­ter Stellplätze in ein­er anson­sten für eigen­be­triebliche Zwecke genutzten Lager­halle. Die Ver­mi­etung erfol­gt zu außer­land­wirtschaftlichen Zweck­en. Die Umsätze fall­en nicht unter die Durch­schnittssatzbesteuerung. – Beispiel 2: Ein pauschalieren­der Land­wirt nimmt das Arbeit­spferd eines Waldbe­sitzers in Pen­sion. Der Waldbe­sitzer unter­hält den Wald auss­chließlich zur Deck­ung seines pri­vat­en Bedarfs an Brennholz. Die Pen­sion­sleis­tung, die zur Holz­erzeu­gung des Waldbe­sitzers beiträgt, unter­liegt der Durch­schnittssatzbesteuerung, sofern die bei Erbringung der Leis­tung ver­wen­de­ten Wirtschafts­güter der nor­malen Aus­rüs­tung des land­wirtschaftlichen Betriebs zuzurech­nen sind.