Gemäß Bun­des­fi­nanzhof (BFH) vom 29.7.2015 – IV R 15/14 liegt keine Ein­bringung gegen Gewährung von Gesellschaft­srecht­en vor, wenn der Gegen­wert des über­tra­ge­nen Wirtschaftsguts allein dem Kap­italkon­to II gut­geschrieben wird, sich die maßge­blichen Gesellschaft­srechte aber nach dem fes­ten Kap­i­ta­lanteil auf Kap­italkon­to I richt­en. Es liegt vielmehr eine Ein­lage vor.
Der Land­wirt A (einziger Kom­man­di­tist ein­er KG) hat­te ein Grund­stück mit einem Kiesvorkom­men in die KG einge­bracht. Die Gegen­werte waren ihm auf seinem Kap­italkon­to II gut­geschrieben wor­den. Die fes­ten unverzinslichen Kap­i­ta­lanteile (bedun­gene Ein­lage), nach denen sich gem. Satzung die Gewin­nverteilung richtete, waren auf dem Kap­italkon­to I gebucht. In der Gewin­ner­mit­tlung 2011 nahm die KG Abset­zung für Sub­stanzver­ringerung (AfS) auf das Kiesvorkom­men vor, die das Finan­zamt jedoch nicht anerkan­nte, weil es von ein­er Ein­lage und nicht von ein­er ent­geltlichen Anschaf­fung aus­ging. Ein­spruch und Klage hat­ten keinen Erfolg.
Der BFH bestätigte die Auf­fas­sung des Finan­zamts. Die KG hat das Kiesvorkom­men nicht gegen Gewährung von Gesellschaft­srecht­en, son­dern durch Ein­lage erhal­ten. Die Ein­lage ist zwar mit dem Teil­w­ert anzuset­zen, eine AfS kann für den Kiesab­bau nicht vorgenom­men wer­den. Wird der Gegen­wert dem Kap­italkon­to I gut­geschrieben, so ist von einem Erwerb gegen Gesellschaft­srechte auszuge­hen. In diesem Fall liegt ein Veräußerungs­geschäft vor, was eine Ein­lage auss­chließt. Keine Ein­bringung gegen Gewährung von Gesellschaft­srecht­en liegt dann vor, wenn der Gegen­wert des über­tra­ge­nen Wirtschaftsguts allein dem Kap­italkon­to II gut­geschrieben wird.

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