Im Hin­blick auf die Urteile des Bun­des­fi­nanzhofs (BFH) vom 16.12.2009 – II R 45/07 und vom 9.3.2015 – II R 23/13 haben die ober­sten Finanzbe­hör­den der Län­der mit gle­ich­lau­t­en­den Erlassen vom 16.6.2016 (BSt­Bl I, 638) zur Ein­heits­be­w­er­tung für gemein­schaftliche Tier­hal­tun­gen (§ 51a BewG) Fol­gen­des beschlossen: Tier­hal­tungs­ge­mein­schaften bilden nach § 34 Abs. 6a BewG eine eigen­ständi­ge wirtschaftliche Ein­heit, die alle mit den Tierbestän­den zusam­men­hän­gen­den Wirtschafts­güter und ggf. selb­st bewirtschaftete land­wirtschaftlich genutzte Eigen­tums­flächen umfasst. Die Tierbestände ein­er Tier­hal­tungs­ge­mein­schaft gehören zur land­wirtschaftlichen Nutzung und gel­ten nicht als Gewer­be­be­trieb, wenn keine der nach­fol­gen­den Gren­zen über­schrit­ten wird: die Summe der von den einzel­nen Gesellschaftern im Rah­men der für sie beste­hen­den Möglichkeit­en tat­säch­lich über­tra­ge­nen Viehein­heit­en (VE) und die Höch­st­gren­ze an VE, die sich auf der Grund­lage der Summe der von den Gesellschaftern regelmäßig land­wirtschaftlich genutzten Eigen­tums- oder Pacht­flächen ergibt.
Selb­st bewirtschaftete land­wirtschaftlich genutzte Eigen­tums- und Pacht­flächen der Gemein­schaft sind für die Abgren­zung wie Flächen von Gesellschaftern zu behan­deln.
Der Tierbe­stand ein­er Tier­hal­tungs­ge­mein­schaft gehört auch dann zur land­wirtschaftlichen Nutzung, wenn die Summe der auf die Gesellschaft über­tra­ge­nen und der selb­st gehal­te­nen VE eines Gesellschafters die Gren­ze zur gewerblichen Tier­hal­tung über­schre­it­et. Bei den betr­e­f­fend­en Gesellschaftern ist § 51 Abs. 2 bis 4 BewG in Verbindung mit Anlage 2 zum BewG anzuwen­den. Die neuen Erlasse treten an die Stelle der Erlasse vom 1.9.2011 und sind ab dem 1.12.2012 anzuwen­den.