Der Entschei­dung des Bun­des­fi­nanzhofs (BFH) vom 10.3.2016 – IV R 14/12 lag der fol­gende Sachver­halt zugrunde: Der Kläger war Eigen­tümer eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs. Er übertrug seinem Sohn den Betrieb unent­geltlich im Wege der vor­weggenomme­nen Erb­folge. Der Kläger fügte sein­er Einkom­men­steuer­erk­lärung eine Anlage über die Inanspruch­nahme von Investi­tion­s­abzugs­be­trä­gen gemäß § 7g EStG bei. Das Finan­zamt erkan­nte die Investi­tion­s­abzugs­be­träge nicht an, sodass diese nicht mehr in Anspruch genom­men wer­den dürften, da fest­ge­s­tanden habe, dass der Kläger die Investi­tio­nen wegen der bere­its erfol­gten Über­gabe des Betriebs nicht mehr selb­st werde durch­führen kön­nen.
Der BFH sah dies anders. Er entsch­ied, dass es der Inanspruch­nahme eines Investi­tion­s­abzugs­be­trags nicht ent­ge­gen ste­he, wenn im Zeit­punkt der Gel­tend­machung fest­ste­ht, dass die Investi­tion nicht mehr vom Steuerpflichti­gen selb­st, son­dern auf­grund ein­er unent­geltlichen Betrieb­süber­tra­gung vom Betrieb­sübernehmer vorgenom­men wer­den soll. Voraus­set­zung dafür ist, dass der Steuerpflichtige bei Fort­führung des Betriebs die von ihm benan­nten Wirtschafts­güter selb­st angeschafft oder hergestellt habe und er zum maßge­blichen Bilanzs­tich­tag anhand objek­tiv­er Kri­te­rien erwarten kon­nte, dass die Investi­tion nach Über­tra­gung des Betriebs frist­gemäß von seinem Recht­snach­fol­ger zur Nutzung in dem über­tra­ge­nen Betrieb vorgenom­men wer­den würde.
Es entspricht sowohl dem Förderzweck als auch dem Zweck der Buch­w­ertverknüp­fung bei unent­geltlich­er Betrieb­süber­tra­gung, einen Investi­tion­s­abzugs­be­trag auch dann zu gewähren, wenn die beab­sichtigte Investi­tion erst von dem Betrieb­sübernehmer durchge­führt wer­den kann.