Der BFH hat mit Urteil vom 6.7.2016 – II R 28/13 den Wert eines erb­bau­rechts­be­lasteten Grund­stücks für Zwecke der Schenkung­s­teuer 2008 fest­gelegt: Der Wert bes­timmt sich durch Abzug von 80 % des nach dem Ertragswertver­fahren ermit­tel­ten Gebäudew­erts von dem Gesamtwert des unbe­lasteten Grund­stücks, selb­st wenn als Gesamtwert der Min­dest­wert (§ 146 Abs. 6 i.V.m. § 145 Abs. 3 BewG) anzuset­zen ist. Der Grund­stück­swert kann nicht mit 20 % des Min­dest­werts berech­net wer­den. Die Revi­sion gegen das Urteil des FG Mün­ster vom 25.4.2013 – 3 K 2939/10 F wurde zurück­gewiesen.
Der Kläger hat­te 2008 ein mit einem Erb­bau­recht belastetes Grund­stück durch Schenkung erhal­ten. Das Finan­zamt set­zte den Grundbe­sitzw­ert mit 56.500 € fest. Es berech­nete den Wert nach § 148 Abs. 4 BewG, indem es den für das unbe­lastete Grund­stück ermit­tel­ten Ertragswert von 94.255 € sowie einen als Gesamtwert anzuset­zen­den Min­dest­wert von 131.997 € zugrunde legte, vom Min­dest­wert einen Gebäudew­ert von 75.404 € (= 80 % von 94.255 €) abzog und den verbleiben­den Betrag von 56.593 € abrun­dete. Der Ein­spruch des Klägers, der als Wert des Grund­stücks lediglich 20 % des Min­dest­werts des unbe­lasteten Grund­stücks (20 % von 131.997 = 26.399 €) anset­zen wollte, blieb erfol­g­los.
Der BFH bestätigte die Wert­fest­set­zung des Finanzgerichts. Die Berück­sich­ti­gung des Gebäudew­erts mit 80 % des Ertragswerts fol­gt aus dem Wort­laut des Geset­zes. Dem Geset­zeszweck der in § 148 Abs. 4 Satz 1 BewG geregel­ten Aufteilungsmeth­ode ist zu ent­nehmen, dass die Werte des belasteten Grund­stücks und des Erb­bau­rechts zusam­men dem Wert des unbe­lasteten Grund­stücks entsprechen sollen.

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