Hat ein Land­wirt sein Wahlrecht zur Aktivierung des Feld­in­ven­tars aus­geübt, so ist er daran grund­sät­zlich auch für die Zukun­ft gebun­den. Dies gilt nach der Entschei­dung des Finanzgerichts Sach­sen-Anhalt (FG) vom 17.2.2016 – 3 K 1049/14 auch bei einem Struk­tur­wan­del, bei dem sich am beste­hen­den land- und forstwirtschaftlichen (luf) Charak­ter des Betriebes nichts ändert.
Die Beschränkung der Wahlmöglichkeit auf die Betrieb­s­grün­dung führt dazu, dass ein bloßer Struk­tur­wan­del der Art, dass sich am beste­hen­den luf Charak­ter des Betriebes nichts ändert, nicht genügt, um die Wahlmöglichkeit erneut auszulösen. Tat­säch­lich müsste für den Struk­tur­wan­del aus einem vor­ma­li­gen Gewer­be­be­trieb ein luf Betrieb her­vorge­hen. Dies bedeutet, dass eine bloße Auf­gabe der Milch­pro­duk­tion – selb­st wenn es sich um einen verselb­st­ständigten Teil­be­trieb han­deln sollte – nicht zu einem das Wahlrecht (erneut) aus­lösenden Struk­tur­wan­del geführt hat, da sie sowohl vor als auch nach dieser Verän­derung unstre­it­ig als luf Betrieb einzustufen war.
Zwar ist die Wahlmöglichkeit zwis­chen Aktivierung und Nich­tak­tivierung auch dann gegeben, wenn ein luf Betrieb erst­mals zum Betrieb­sver­mö­gensver­gle­ich überge­ht, ohne dass es hier­bei eines Struk­tur­wan­dels bedurfte. Da in diesen Fällen jedoch vor dem Über­gang keine Bilanz erstellt wor­den ist, stellt sich die Frage „Aktivierung oder Nicht-Aktivierung des Feld­in­ven­tars“ bis dahin ger­ade nicht, sodass sie zum Zeit­punkt des Über­gangs erst­mals entsch­ieden wer­den kann. Da die Klägerin vor­liegend jedoch seit jeher bilanzierte, kann diese Kon­stel­la­tion nicht zu ihren Gun­sten ein­greifen.
Die Revi­sion beim Bun­des­fi­nanzhof ist anhängig unter dem Az. IV R 23/16.

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