Betreibt der Unternehmer einen der Vors­teuer­pauschalierung unter­liegen­den land­wirtschaftlichen Betrieb und einen weit­eren der Regelbesteuerung unter­liegen­den Gewer­be­be­trieb, hält der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) in sein­er Entschei­dung vom 16.11.2016 – V R 1/15 (ent­ge­gen der Auf­fas­sung der Finanzver­wal­tung) eine Aufteilung der Vors­teuer­be­träge nach dem Ver­hält­nis der Mark­t­preise der pro­duzierten Strom- und Wärmemenge (objek­t­be­zo­gen­er Umsatzschlüs­sel) für die allein sachgerechte Meth­ode.
Im vor­liegen­den Fall unter­hielt der Kläger einen der Vors­teuer­pauschalierung unter­liegen­den land­wirtschaftlichen Garten­baube­trieb und einen weit­eren der Regelbesteuerung unter­liegen­den Gewer­be­be­trieb (Stromerzeu­gung). Die durch das erwor­bene Block­heizkraftwerk (BHKW) erzeugte Wärme nutzte der Kläger für das Beheizen sein­er Gewächshäuser. Der erzeugte Strom wurde gegen Ent­gelt in das öffentliche Netz einge­speist.
Das Finan­zamt war der Auf­fas­sung, dass die gel­tend gemacht­en Vors­teuern in einen abziehbaren Anteil (Strom) und einen nicht abziehbaren Anteil (Wärme) aufzuteilen sind. Da die Wärme für den Garten­bau ver­wen­det werde, sei die darauf ent­fal­l­ende Vors­teuer mit der Anwen­dung der Durch­schnittssatzbesteuerung abge­golten.
Die Vorin­stanz hat­te der Klage über­wiegend stattgegeben: Eine Aufteilung nach der pro­duzierten Leis­tung in kWh sei nicht sachgerecht. Der BFH bestätigte dies mit der Begrün­dung, dass die Vors­teuern nicht unter­schied­s­los nach der pro­duzierten Leis­tung in kWh, son­dern nach dem Ver­hält­nis der Mark­t­preise der im Stre­it­jahr pro­duzierten Strom- und Wärmemenge aufzuteilen sind.