Der Kläger betrieb einen Han­dels- und Dien­stleis­tungs­be­trieb. Seinen Gewinn ermit­telte er mit­tels Ein­nah­men-Über­schuss­rech­nung. Er nutzte ein Soft­ware-Pro­gramm, das für jede Rech­nung automa­tisch eine fort­laufende Num­mer ver­gab. Die Bankverbindung kon­nte pro­grammtech­nisch frei gewählt wer­den. Der Kläger unter­hielt neben seinem betrieblichen Kon­to bei der Sparkasse 1 ein weit­eres Kon­to bei der Sparkasse 2, in der Buch­hal­tung als „Nebenkassenkon­to“ beze­ich­net. Betriebliche Eingänge auf dem „Nebenkassenkon­to“ übertrug der Kläger in ein Kassen­buch. Die Rech­nun­gen wur­den über­wiegend durch Banküber­weisung beglichen.
Im Rah­men ein­er steuer­lichen Außen­prü­fung der Stre­it­jahre stellte das Finan­zamt fest, dass mehrere Rech­nun­gen nicht ver­bucht wor­den waren. Außer­dem lagen für 23 Rech­nungsnum­mern keine Aus­gangsrech­nun­gen vor. Das Finan­zamt erhöhte die Gewinne um einen (Un-)Sicherheitszuschlag in Höhe von 5 % der Net­to­er­löse.
Die Abgabenor­dung schreibt einen Schätzungsauf­trag vor, wenn tat­säch­liche Anhalt­spunk­te für die Unrichtigkeit oder Unvoll­ständigkeit der Angaben beste­hen. Ob solche tat­säch­lichen Anhalt­spunk­te vor­liegen, ist eine Frage des Einzelfalls.
Nach Auf­fas­sung des Bun­des­fi­nanzhofs (Beschluss vom 7.2.2017 – X B 79/16) erscheint es vertret­bar, wenn die Vorin­stanz auf­grund der Vielzahl von Lück­en bei den Rech­nungsnum­mern in Kom­bi­na­tion mit den nicht ver­bucht­en Rech­nun­gen die Voll­ständigkeit der Erfas­sung der Ein­nah­men nicht mehr als gewährleis­tet ansieht. Eine solche Sit­u­a­tion ist charak­ter­is­tisch für den (Un-)Sicherheitszuschlag als Form ein­er grif­fweisen Schätzung.