Der Geset­zge­ber gewährt für Erträge aus Holznutzung (zum Beispiel nach Sturm­schä­den) ermäßigte Steuer­sätze. Zu der Frage, wann Forstwirte welche Steuer­sätze nutzen dür­fen, hat das Bun­des­fi­nanzmin­is­teri­um (BMF) Richtlin­ien her­aus­gegeben (BMF vom 17.5.2017 – IV C 7 – S 2291/17/10001).
Für Einkün­fte aus außeror­dentlichen Holznutzun­gen wird gemäß § 34b Abs. 3 Nr. 2 Einkom­men­steuerge­setz (EStG) ein ermäßigter Steuer­satz gewährt, sofern auf­grund eines amtlich anerkan­nten Betrieb­sgutacht­ens oder eines Betrieb­swerks peri­odisch für zehn Jahre ein Nutzungssatz fest­ge­set­zt ist und die übri­gen Voraus­set­zun­gen des § 34b Abs. 4 EStG vor­liegen. Er entspricht den Nutzun­gen, die unter Berück­sich­ti­gung der vollen jährlichen Ertrags­fähigkeit des Waldes in Kubik­me­tern im Fest­maß (Ern­te­fest­meter Derb­holz ohne Rinde) objek­tiv nach­haltig erziel­bar sind (siehe § 68 Abs. 1 Einkom­men­steuer-Durch­führungsverord­nung – ESt­DV).
Die Richtlin­ien enthal­ten Aus­führun­gen zu den Grund­la­gen für die Fest­set­zung des Nutzungssatzes, zur Zus­tands­beschrei­bung und Bemes­sung des Nutzungssatzes bei nach Alter­sklassen gegliedertem Hochwald und zu beson­deren Betrieb­s­for­men des Hochwalds. Weit­ere Aus­führun­gen betr­e­f­fen Nieder­wald, Mit­tel­wald, Über­führungswald, Nichtwirtschaftswald und Schutzwald sowie das Stich­proben­ver­fahren.
Für die Fest­set­zung des Nutzungssatzes ist die volle jährliche Ertrags­fähigkeit des Waldes für einen Forst­be­trieb im ertrag­s­teuer­rechtlichen Sinne zu ermit­teln. Hierzu sind die Grund­la­gen über den Waldzu­s­tand zu erfassen (Zus­tands­beschrei­bung).
Die Zus­tands­beschrei­bung ist auf den Anfang des steuer­rechtlichen Wirtschaft­s­jahres zu erstellen, ab dem die Peri­ode von 10 Jahren für die Anwen­dung des Nutzungssatzes rech­net. Bei der Bemes­sung des Nutzungssatzes dür­fen nur die Ergeb­nisse der nach den Aus­führun­gen der Richtlin­ie erstell­ten Zus­tands­beschrei­bung berück­sichtigt wer­den. Das sub­jek­tive Ermessen des Steuerpflichti­gen ist bei der Bemes­sung des Nutzungssatzes nicht rel­e­vant. Maßgebend für die Bemes­sung des Nutzungssatzes sind nicht die Nutzun­gen, die in der Peri­ode von 10 Jahren erzielt wer­den sollen (sub­jek­tiv­er Hieb­ssatz), son­dern die Nutzun­gen, die unter Berück­sich­ti­gung der vollen Ertrags­fähigkeit nach­haltig erzielt wer­den kön­nen (objek­tive Nutzungsmöglichkeit­en). Aus diesem Grund kann sich der Hieb­ssatz der Forstein­rich­tung von der steuer­lichen Bemes­sungs­grund­lage, dem Nutzungssatz, unter­schei­den.
Die für das Ver­fahren rel­e­vante Umtrieb­szeit ist die in der Forstein­rich­tung festzuset­zende durch­schnit­tliche Zeit­dauer in Jahren zwis­chen Begrün­dung und Ernte der in ein­er Betrieb­sklasse zusam­menge­fassten Bestände ein­er Bau­mart. Sie ist unter Berück­sich­ti­gung der tat­säch­lich einge­hal­te­nen Umtrieb­szeit, des Alter­sklassen­standes, der Vor­ratsver­hält­nisse und der im Pri­vat­wald gegendüblichen Umtrieb­szeit­en festzuset­zen. Die Richtlin­ien enthal­ten eine Auflis­tung der Gren­zen dieser Umtrieb­szeit hin­sichtlich der Bau­marten.
Für die nach­haltige jährliche Nutzungsmöglichkeit nach der sum­marischen Ein­schlags­pla­nung in Kubik­me­tern im Fest­maß (Ern­te­fest­metern Derb­holz ohne Rinde) geben die Richtlin­ien bau­marten- und alter­sklassen­weise Ermit­tlungsvor­gaben. Zudem enthal­ten die Richtlin­ien einen Formel­satz für die nach­haltige jährliche Nutzungsmöglichkeit.
Die Ver­wen­dung von Stich­proben­ver­fahren zur Zus­tands­beschrei­bung ist zuläs­sig, soweit sie sta­tis­tisch hin­re­ichend gesicherte Ergeb­nisse für eine Fest­set­zung des Nutzungssatzes erbringt. Die für Stich­probe­nauf­nah­men und deren Auswer­tung ver­wen­de­ten Meth­o­d­en sowie die herange­zo­ge­nen Berech­nungs­grund­la­gen sind nach­prüf­bar darzustellen.

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