Beim Vors­teuer­abzug aus ein­er Werk­liefer­ung für die gesamte Dachfläche eines Gebäudes muss
die Ver­wen­dungsmöglichkeit des gesamten Gebäudes in die durch §15 Abs. 1 Satz 2
Umsatzs­teuerge­setz (UStG) vorgegebene Ver­hält­nis­rech­nung ein­be­zo­gen wer­den – so der
Bun­des­fi­nanzhof (BFH) in seinem Urteil vom 3.8.2017 – V R 59/16. Danach gilt die Liefer­ung, die
Ein­fuhr oder der innerge­mein­schaftliche Erwerb eines Gegen­standes, den der Unternehmer zu
weniger als 10 % für sein Unternehmen nutzt, als nicht für das Unternehmen aus­ge­führt.
Geht es um den Vors­teuer­abzug aus ein­er Werk­liefer­ung für die gesamte Dachfläche, muss dem
BFH zufolge das gesamte Gebäude und damit die Ver­wen­dungsmöglichkeit des gesamten
Gebäudes in die durch § 15 Abs. 1 Satz 2 UStG vorgegebene Ver­hält­nis­rech­nung ein­be­zo­gen
wer­den. Dem­nach kommt es für die Frage, ob die von § 15 Abs. 1 Satz 2 UStG geforderte
unterneh merische Min­dest­nutzung vor­liegt, auf die Ver­wen­dung des gesamten Gebäudes unter
Ein­schluss aller Flächen unter dem Dach und der gesamten Dachfläche an. Einzubeziehen in
die Ver­hält­nis­rech­nung zur Fest­stel­lung der unternehmerischen Min­dest­nutzung sind neben
ein­er Sche­une die pri­vat­en Wohn­flächen sowie die Dachflächen, die nicht für den Betrieb der
Pho­to­voltaikan­lage genutzt wur­den. Der BFH hob das Urteil auf und ver­wies die Sache zur
weit­eren Sachaufk­lärung an das FG zurück.
Sollte nach den im zweit­en Rechts­gang zu tre­f­fend­en Fest­stel­lun­gen § 15 Abs. 1 Satz 2 UStG
einem Vors­teuer­abzug nicht ent­ge­gen­ste­hen, wird das FG nach dem Willen des BFH zu
berück­sichti­gen haben, dass die vom FG bis­lang angenommene Möglichkeit ein­er Zuord­nung
nicht in Betra­cht kommt.

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