Die Frage, ob die Durch­schnittssatzbesteuerung gem. § 24 Umsatzs­teuerge­setz (UStG) für
Umsätze aus Leis­tun­gen durch Schaf­be­wei­dung angewen­det wer­den kann, hat das
Finanzgericht Hes­sen (FG) mit Urteil vom 28.6.2017 – 1 K 203/16 ein­deutig verneint.
Der Kläger erzielte Einkün­fte aus Land- und Forstwirtschaft. Die Schafe des Klägers wur­den
teil­weise lebend verkauft, teil­weise zur Bewei­dung einge­set­zt. Im Stre­it­jahr führte er u. a.
Dien­stleis­tun­gen in Form der Bewei­dung von Flächen durch Schaf­be­wei­dung als
Hüteschaf­be­wei­dung im freien Durchtrieb mit teil­weis­er Ent­buschung jün­ger­er Brachebere­iche
aus. Für seine Dien­stleis­tung stellte er Rech­nun­gen mit einem Umsatzs­teuer­satz von 10,7 %
aus. Das Fi nan­zamt ver­trat die Auf­fas­sung, dass diese Umsätze nicht der
Durch­schnittssatzbesteuerung, son­dern der Regelbesteuerung mit 19 % unter­lä­gen.
Das FG Hes­sen bestätigte die Auf­fas­sung des Finan­zamts. Die Durch­schnittssatzbe steuerung
ist nach § 24 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 UStG für „die im Rah­men eines land- und forstwirtschaftlichen
Betriebs aus­ge­führten Umsätze“ vorge­se­hen. Die richtlin­ienkon­forme Ausle­gung der
Geset­zes­norm zeigt, das damit aber nur die Liefer­un­gen land wirtschaftlich­er Erzeug­nisse und
land­wirtschaftlich­er Dien­stleis­tun­gen gemeint sind, auf die die Pauschal­regelung des Art. 25 der
Richtlin­ie 77/388/EWG bzw. seit dem 1.1.2007 Art. 295 ff. MwSt­Sys­tRL Anwen­dung find­et.
Dieser Ausle­gung fol­gt die Recht­sprechung des BFH, nach der eine land­wirtschaftliche
Dien­stleis­tung vor­liegen muss. Die ertrag­s­teuer­liche Beurteilung ist dage­gen ohne Bedeu­tung.
Die Leis­tun­gen aus Schaf­be­wei­dung stellen keine land wirtschaftlichen Dien­stleis­tun­gen dar, die
der Pau schalbesteuerung nach § 24 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 UStG unter­liegen.

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