Die Hinzurech­nung nach § 7g Abs. 2 Satz 1 Einkom­men­steuerge­setz (EStG) ist im
Son­der­be­trieb­sver­mö­gen ein­er KG vorzuneh men, wenn der Investi­tion­s­abzugs­be­trag (IAB)
nach § 7g Abs. 1 EStG im Son­der­be­trieb­sver­mö­gen in Anspruch genom­men wurde –

unab­hängig davon, ob die Investi­tion im Gesamthandsver­mö­gen der KG erfol­gte. So die
Entschei­dung des Finanzgerichts Mün­ster (FG) mit Urteil vom 28.6.2017 – 6 K 3183/14 F. Die
Revi­sion wurde zuge­lassen.
Im Stre­it­fall bildete die B-KG im Jahr 2008 in der Son­der­bilanz des Klägers (Kom­man­di­tist der BKG)
einen IAB nach § 7g Abs. 1 i.V.m. § 7g Abs. 7 EStG in Höhe von 81.000 € für die
Anschaf­fung eines Fahrzeugs. Im Jahr 2010 wurde das Fahrzeug angeschafft
(Anschaf­fungskosten 203.649 €) und im Jahresab­schluss als Anlagev­er­mö­gen der
Gesamt­hand aus­gewiesen. Die KG nahm gem. § 7g Abs. 2 Satz 2 EStG eine Min­derung der
Anschaf­fungskosten in Höhe von 81.000 € vor und machte die Son­der­ab­schrei­bung gem. § 7g
Abs. 5 EStG in Höhe von 24.529 € sowie eine lin­eare Abschrei bung für 8 Monate in Höhe von
9.086 € gel­tend. Der Abschrei­bungs­be­trag für die Gesamt­hand betrug ins­ge­samt 114.615 €.
Die KG erk­lärte im Stre­it­jahr einen laufend­en Ver­lust von 82.000 €, wovon auf den Kläger ein
Ver­lus­tan­teil von 83.407 € ent­fiel und auf die Kom­ple­men­tärin ein Gewinn von 1.288 €. Zudem
wies die Fest­stel­lungserk­lärung für den Kläger Son­der­be­trieb­sein nah­men von 18.000 € aus
ein­er Tätigkeitsvergü­tung aus. Das Finan­zamt stellte für die KG einen Ver­lust von 64.119 €
(–82.119 + 18.000 €) fest. Für den Kläger set­zte es als ver­rechen­baren Ver­lust i.S.d. § 15a EStG
27.511 € und im Fol­gebescheid des Klägers einen laufend­en Ver­lust von 37.896 € fest.
Im Ein­spruchsver­fahren begehrte der Kläger die Fest­stel­lung eines lf d. Ver­lustes in Höhe von
65.407 €, da sowohl die Bil­dung des IAB als auch die Hinzurech­nung nach § 7g Abs. 2 Satz 1
EStG keine Auswirkun­gen auf die Ver­lustver­rech­nung nach §15a EStG hät­ten. Vielmehr sei die
Hinzurech­nung des IAB im Jahr der Anschaf­fung außer­halb der Regelun­gen des §15a EStG
vorzunehmen.
Mit sein­er Klage vor dem FG machte der Kläger gel­tend, dass der Hinzurech­nungs­be­trag nach
§ 7g Abs. 2 Satz 1 EStG zu Unrecht bei der Ermit­tlung des Gewinns aus seinem
Son­der­be­trieb­sver­mö­gen und nicht bei der Ermit­tlung des Gewinns aus dem
Gesamthands­bere­ich erfasst wor­den sei. Zum anderen begehrte er bei de r Fest­stel­lung des
ver­rechen­baren Ver­lusts gem. § 15a Abs. 4 EStG, dass der für § 15a EStG maßge­bli che „Anteil
am Ver­lust der KG“ bei der Berech­nung der Kap­italkon­te­nen­twick­lung lt. Steuer­bilanz um den
Hinzurech­nungs­be­trag in Höhe von 81.000 € gemindert wird.
Das FG Mün­ster wies die Klage ab. Der Hinzurech­nungs­be­trag gem. § 7g Abs. 2 Satz 1 EStG sei
zu Recht nicht im Gesamthands­bere­ich, son­dern im Son­der­be­trieb­s­bere­ich des Klägers
erfasst wor­den. § 7g Abs. 2 EStG ist bei ein­er Per­so­n­enge­sellschaft unab­hän­gi g davon
anzuwen­den, wo bei dieser die Investi­tion vorgenom­men wird. Die Hinzurech­nung nach §7g
Abs. 2 Satz 1 EStG hat im Son­der­be­trieb­s­bere­ich zu erfol­gen, wenn der IAB im
Son­der­be­trieb­s­bere­ich in Anspruch genom­men wurde, und zwar unab­hängig davon, ob die
Investi­tion im Gesamthands­bere­ich der KG erfol­gt.
Die gewin­ner­höhende Hinzurech­nung des IAB gem. §7g Abs. 2 Satz 2 EStG wurde 2010
zutr­e­f­fend außer­bilanziell vorgenom­men. Das Finan­zamt hat den Hinzurech­nungs­be­trag bei
der Fest­stel­lung des ver­rechen­baren Ver­lusts gem. § 15a Abs. 4 EStG zu Recht nicht in die
Berech­nung der Kap­italkon­te­nen­twick­lung i.S.d. § 15a EStG ein­be­zo­gen. Unter dem „Anteil am
Ver­lust der KG“ ist nur der Ver­lus­tan­teil zu ver­ste­hen, der sich aus der Steuer­bilanz der
Gesellschaft ein­schl. ein­er eventue llen Ergänzungs­bi­lanz ergibt.