Das Finanzgericht Mün­ster (FG) hat mit Urteil vom 1.12.2016 – 5 K 1145/16 U entsch­ieden, dass
das Liefern von Pflanzen und das Einpflanzen regelmäßig keine untrennbare wirtschaftliche
Ein­heit bilde; vielmehr kön­nten diese Leis­tun­gen getren­nt voneinan­der durchge­führt wer­den.
Falls ein Unternehmer außer der Pflanzen­liefer­ung son­stige Dien­stleis­tun­gen erbringt, wie
beispiel­sweise Pla­nungsleis­tun­gen oder Grabpflegeleis­tun­gen, die die Liefer­ung als solche
qual­i­ta­tiv über­wiegen und die Gesamtleis­tung prä­gen, han­delt es sich um eine ein­heitliche
son­stige Leis­tung, die dem Regel­s­teuer­satz unter­liegt.
Ob eine solche ein­heitliche son­stige Leis­tung vor­liegt, beurteilt sich im Wesentlichen nach
dem Inter­esse des Leis­tungsempfängers. Im vor­liegen­den Fall lag nach dem Gesamtergeb­nis
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des Ver­fahrens keine ein­heitliche son­stige Leis­tung vor, da die garten­baulichen Arbeit­en und die
Pflanzen­liefer­un­gen in getren­nten Verträ­gen und zeit­ver­set­zt vere­in­bart wur­den. Anders als z.
B. bei der Erstel­lung ein­er Gar­te­nan­lage hat­te der Leis­tungsempfänger im Stre­it­fall zunächst
kein Inter­esse, ein Gesamtleis­tungspaket zu erhal­ten. Nach den ver­trag lichen Vere­in­barun­gen
soll­ten lediglich garten­bauliche Arbeit­en ohne Pflanzen­liefer­ung durchge­führt wer­den. Erst ca. 6
Monate nach Abschluss des Bau­ver­trags wurde vere­in­bart, dass auch die Pflanzen­liefer­un­gen
aus­ge­führt wer­den soll­ten. Wenn es bei dem früheren Liefer­ver­hält­nis geblieben wäre, bestün­den
keine Zweifel am ermäßig ten Steuer­satz der Pflanzen­liefer­ung. Der Umstand, dass nun­mehr
garten­bauliche Arbeit­en und Pflanzen­liefer­ung in ein­er Hand lagen, kann am steuer­lichen
Charak­ter der Leis­tung nichts ändern (Revi­sion anhängig , BFH, Az. V R 22/17).

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