Ein trock­enes Brötchen in Kom­bi­na­tion mit Heißgetränken ist kein lohn­s­teuerpflichtiger Sach­bezug in Form eines Früh­stücks. Dies entsch­ied das Finanzgericht Mün­ster (FG) in seinem Urteil vom 31.5.2017 – 11 K 4108/14.
Die Klägerin, eine Fir­ma mit 80 Mitar­beit­ern, bestellte täglich ca. 150 Brötchen (Roggen‑, Laugen‑, Schoko‑, Käse­brötchen usw.), die in Kör­ben auf einem Buf­fet in der Kan­tine für Mitar­beit­er, Kun­den und Gäste zum Verzehr zur Ver­fü­gung standen. Auf­schnitt oder son­stige Belege wur­den nicht dazu gere­icht. Die Mitar­beit­er, Kun­den und Gäste kon­nten sich zudem ganztägig unent­geltlich aus einem Heißgetränkeau­to­mat­en bedi­enen. Die Mitar­beit­er verzehrten die Brötchen zumeist in der Vor­mit­tagspause.
Das Finan­zamt sah hierin eine unent­geltliche Zurver­fü­gung­stel­lung ein­er Mahlzeit an Arbeit­nehmer in Form eines Früh­stücks, welch­es als Sach­bezug mit den amtlichen Sach­bezugswerten zu besteuern sei. Das FG sah dies anders.
Ein trock­enes Brötchen und ein Heißgetränk seien kein Sach­bezug in Form eines „Früh­stücks“ im Sinne von § 8 Abs. 2 Satz 6 Einkom­men­steuerge­setz (EStG) i.V.m. § 2 Abs. 1 Sozialver­sicherungsverord­nung. Zu den Min­dest­stan­dards eines Früh­stücks gehöre nach dem all­ge­meinen Sprachge­brauch neben Brötchen und Getränken auch ein entsprechen­der Bro­tauf­strich. Im Stre­it­fall han­dele es sich deshalb um einen Sach­bezug in Form von „Kost“ im Sinne von § 8 Abs. 1 Satz 1 EStG, dessen Frei­gren­ze hier aber nicht über­schrit­ten wurde. Wegen grund­sät­zlich­er Bedeu­tung der Stre­it­frage hat der Sen­at die Revi­sion zum Bun­des­fi­nanzhof zuge­lassen (Akten­ze­ichen VI R 36/17).

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