Beim Land­tausch nach dem Flurbere­ini­gungs­ge­setz set­zen sich die dinglichen Rechte am wegge­tauscht­en Grund­stück kraft Geset­zes am neuen, erlangten Grund­stück fort. Ist das ursprüngliche Eigen­tum in nur verän­dert­er Gestalt erhal­ten geblieben, set­zt sich auch die auf dem weggegebe­nen Grund­stück liegende Wer­taufhol­ungslast an dem erhal­te­nen Grund­stück fort. So hat das Finanzgericht Mün­ster (FG) mit Urteil vom 26.9.2017 – 12 K 4186/14 E entsch­ieden.
Das FG hat aus­ge­führt, dass das auch beim frei­willi­gen Land­tausch gel­tende Sur­ro­ga­tion­sprinzip zu der Schlussfol­gerung zwinge, dass bei wirtschaftlich­er Betra­ch­tung den Tausch­part­nern ihr Eigen­tum nicht genom­men wurde, son­dern in bloß verän­dert­er Gestalt erhal­ten blieb. Danach set­zen sich beim Land­tausch nach dem Flurbere­ini­gungs­ge­setz die dinglichen Rechte am wegge­tauscht­en Grund­stück kraft Geset­zes am neuen, erlangten Grund­stück fort (§ 103b Abs. 1 Satz 2 i.V.m. § 68 Abs. 1 Satz 1 Flurbere­ini­gungs­ge­setz). Auch im Fall des frei­willi­gen Land­tauschver­fahrens geben die Tausch­part­ner die Möglichkeit auf, die Tauschgeschäfte autonom abzuwick­eln. Ist das ursprüngliche Eigen­tum in nur verän­dert­er Gestalt erhal­ten geblieben, set­zt sich auch die auf dem weggegebe­nen Grund­stück liegende Wer­taufhol­ungslast an dem erhal­te­nen Grund­stück fort.
Das gilt auch dann, wenn – wie im Stre­it­fall – ein Über­preis gezahlt wurde. Dabei wird davon aus­ge­gan­gen, dass der Steuerpflichtige den Preis gezahlt hat, der dem Wert des Wirtschaftsgutes für das Unternehmen entspricht.
Wegen der grund­sät­zlichen Bedeu­tung der Sache wurde die Revi­sion zum BFH zuge­lassen.

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