Ist der Inhab­er eines land­wirtschaftlichen Betriebs Organträger, unter­liegen auch die Liefer­un­gen der Erzeug­nisse dieses Betriebs durch die Organge­sellschaft der Besteuerung nach Durch­schnittssätzen (§ 24 UStG), so der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) mit Urteil vom 10.8.2017 – V R 64/16.
Der Kläger baute Gemüse und Getrei­de an. Gle­ichzeit­ig war er alleiniger Gesellschafter-Geschäfts­führer der A-GmbH, die das Gemüse verkaufte. Das Finan­zamt ging von ein­er Organ­schaft aus und rech­nete die Ein­gangs- und Aus­gang­sum­sätze der GmbH dem Kläger zu. Dieser machte im Ein­spruch gel­tend, dass auf­grund der Organ­schaft die Umsätze der GmbH nach § 24 UStG der Durch­schnittssatzbesteuerung unter­lä­gen.
Das Finanzgericht gab der Klage statt. § 24 UStG sei auch insoweit anzuwen­den, als die GmbH vom Kläger im Rah­men von nicht­s­teuer­baren Innenum­sätzen erwor­bene Erzeug­nisse geliefert habe. Gegenüber den Drit­ter­wer­bern stell­ten die Liefer­un­gen der GmbH ein­heitliche Leis­tun­gen des Organträgers dar. Diese dem Kläger zuzurech­nen­den Liefer­un­gen der GmbH an Dritte unter­lä­gen der Durch­schnittssatzbesteuerung.
Der BFH bestätigte das Urteil des Finanzgerichts. Ist der Inhab­er eines land­wirtschaftlichen Betriebs Organträger, ist § 24 UStG auch auf die Liefer­un­gen der Erzeug­nisse dieses Betriebs durch dessen Organge­sellschaft anzuwen­den. Die durch § 2 Abs. 2 Nr. 2 UStG ange­ord­nete Unselb­st­ständigkeit der Organge­sellschaft führt dazu, dass deren Tätigkeit dem Organträger zuzurech­nen ist. Danach beschränken sich die Wirkun­gen der Organ­schaft auf Innen­leis­tun­gen zwis­chen den im Inland gele­ge­nen Unternehmen­steilen des Organkreis­es, die als ein Unternehmen zu behan­deln sind.