Das Bun­desmin­is­teri­um der Finanzen hat mit Schreiben vom 18.5.2018 – IV C 7 – S 2232/0–02 zur ertrag­s­teuer­lichen Behand­lung von forstwirtschaftlichen Flächen als Betrieb­sver­mö­gen eines Erwerb­s­be­triebs Stel­lung genom­men, das in allen offe­nen Fällen anzuwen­den ist. Die wichtig­sten Punk­te:
Eine forstwirtschaftliche Tätigkeit erfordert grund­sät­zlich eine geschlossene mit Forstpflanzen bestock­te Grund­fläche, auf der nahezu auss­chließlich Bau­marten mit dem Ziel ein­er langfristi­gen Holzent­nahme erzeugt wer­den (forstwirtschaftliche Fläche). Ertrag­s­teuer­rechtlich reicht das Eigen­tum an ein­er forstwirtschaftlichen Fläche grund­sät­zlich unab­hängig von der Flächen­größe für die Annahme ein­er betrieblichen Tätigkeit aus, wenn Gewin­nerzielungsab­sicht beste­ht. Dies gilt auch dann, wenn der Steuerpflichtige ohne eigene Bewirtschaf­tungs­maß­nah­men (z. B. Anpflanzung oder Durch­forstung) durch den natür­lichen Baumwuchs an der Fruchtziehung beteiligt ist und dadurch einen Gewinn erzie­len kann. Grund­sät­zlich bilden mehrere räum­lich voneinan­der getren­nte forstwirtschaftliche Flächen einen ein­heitlichen Betrieb. Dabei ist auch die Ent­fer­nung zu und zwis­chen den Grund­stück­en zu berück­sichti­gen. Eine feste Gren­ze für die höch­stzuläs­sige Ent­fer­nung gibt es jedoch nicht.
Im Eigen­tum des Steuerpflichti­gen ste­hende forstwirtschaftliche Flächen, die sich in nicht zu großer räum­lich­er Ent­fer­nung von einem land­wirtschaftlichen Betrieb des Steuerpflichti­gen befind­en, gehören unab­hängig von deren Flächen­größe zum notwendi­gen Betrieb­sver­mö­gen. Sie ver­lieren diese
Eigen­schaft wed­er durch Nutzungsüber­las­sung an einen Drit­ten noch durch Flächen­ver­ringerung. Die Betrieb­sver­mö­gen­seigen­schaft bleibt grund­sät­zlich auch dann beste­hen, wenn das übrige Betrieb­sver­mö­gen ver­pachtet, in das Pri­vatver­mö­gen über­führt oder veräußert wird. Eine Über­führung der Flächen in das Pri­vatver­mö­gen set­zt eine entsprechende ein­deutige und unmissver­ständliche Erk­lärung des Steuerpflichti­gen und eine Ver­s­teuerung der stillen Reser­ven voraus.
Bei Flächen, die keinem beste­hen­den land- und forstwirtschaftlichen Betrieb als Betrieb­sver­mö­gen zuzuord­nen sind, ist zu prüfen, ob ein (Erwerbs-)Betrieb der Forstwirtschaft beste­ht. Die bew­er­tungsrechtliche Zuord­nung ist ins­beson­dere dann zu prüfen, wenn der Steuerpflichtige keine eige­nen Bewirtschaf­tungs­maß­nah­men ergreift.
Forstwirtschaftliche Flächen, die zum notwendi­gen Betrieb­sver­mö­gen eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebs gehören, sind ins­ge­samt ohne weit­ere sach­liche Voraus­set­zun­gen als selb­st­ständi­ger Teil­be­trieb (§ 14 Einkom­men­steuerge­setz) zu beurteilen, wenn min­destens eine dieser Flächen als selb­st­ständi­ger Betrieb der Forstwirtschaft anzuse­hen ist.
Eine forstwirtschaftliche Tätigkeit kann auch ohne Gewin­nerzielungsab­sicht erfol­gen (Lieb­haberei). Bei der Prü­fung der Gewin­nerzielungsab­sicht gibt es fol­gende Beson­der­heit­en: Die erforder­liche Total­gewin­nprog­nose ist grund­sät­zlich gen­er­a­tio­nenüber­greifend über den Zeitraum der durch­schnit­tlichen Umtrieb­szeit des im Forst­be­trieb vorherrschen­den Baumbe­stands zu erstreck­en. Die Prü­fung der Gewin­nerzielungsab­sicht erfol­gt auch bei räum­lich getren­nt liegen­den Flächen.
Verbleiben nach ein­er Verkleinerung eines Teil­be­triebs nur forstwirtschaftliche Flächen geringer Größe, die nicht die Voraus­set­zun­gen für die Annahme eines selb­st­ständi­gen Forst­be­triebs erfüllen, so bleiben sie grund­sät­zlich Betrieb­sver­mö­gen. Sie kön­nen nur durch aus­drück­liche und unmissver­ständliche Ent­nah­me­hand­lung unter Aufdeck­ung der stillen Reser­ven in das Pri­vatver­mö­gen über­führt wer­den.

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