Das Finanzgericht Berlin-Bran­den­burg (FG) hat mit Urteil vom 22.11.2017 – 3 K 3208/14 eine Entschei­dung zur Plau­si­bil­ität von Meth­o­d­en zur Her­leitung von Boden­werten getrof­fen.
Stre­it­ig ist zwis­chen den Beteiligten die Plau­si­bil­ität eines Gutacht­ens ins­beson­dere bei der Ableitung des Boden­werts aus dem Boden­richtwert, fern­er im Rah­men der Ertragswert­er­mit­tlung des Gebäudes vor allem bei der Her­leitung des Liegen­schaft­szinssatzes.
Vererbt wurde Miteigen­tum­san­teil an einem Haus­grund­stück. Das Finan­zamt ermit­telte hier­für nach der stan­dar­d­isierten Meth­ode (§§ 176 bis 197 Bew­er­tungs­ge­setz – BewG) einen Grundbe­sitzw­ert in Höhe von 4.867.500 €. Vom Erben beauf­tragte Gutacht­en ermit­tel­ten einen niedrigeren Verkehr­swert in Höhe von 1.850.000 € bzw. 1.900.000 €. Das Finan­zamt bezweifelte diese Gutacht­en und berück­sichtigte sie nicht.
Das FG fol­gte der Auf­fas­sung des Finan­zamtes mit der Begrün­dung, dass zwar ein gerin­ger­er gemein­er Wert nach § 198 BewG durch ein Gutacht­en eines öffentlich bestell­ten und verei­digten Sachver­ständi­gen für Grund­stücks­be­w­er­tung nachgewiesen wer­den kann. Jedoch muss ein solch­es Gutacht­en ohne weit­ere Sachver­ständi­ge auf seine Schlüs­sigkeit (Plau­si­bil­ität) hin über­prüf­bar sein.
Ob das Gutacht­en inhaltlich den geforderten Nach­weis erbringt, unter­liegt der freien Beweiswürdi­gung des Gerichts. Abschläge, Spanneneinord­nun­gen, Beträge und der­gle­ichen müssen vom Gutachter objek­tivier­bar und grund­stücks­be­zo­gen begrün­det sein, und zwar nicht nur dem Grunde nach, son­dern auch hin­sichtlich der Höhe.

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