Für die Durch­schnittssatzbesteuerung nach § 24 Abs. 2 Nr. 2 Umsatzs­teuerge­setz (UStG) sind die land­wirtschaftlich genutzten Flächen und Tierbestände für das gesamte Unternehmen zusam­men­zurech­nen. So die Entschei­dung des Finanzgerichts Mün­ster (FG) vom 20.2.2018 – 15 K 180/15 U, in der es um die Frage ging, ob die Umsätze des Klägers aus seinem Tier­hal­tungs­bere­ich nach Durch­schnittssätzen oder nach dem Regel­s­teuer­satz zu ver­s­teuern sind.
Der Kläger betrieb eine Schweine­mast (Hof­stelle A). Er pachtete einen weit­eren Schweine­mast­stall mit ca. 900 Mast­plätzen und ein­er land­wirtschaftlichen Nutzfläche (Hof­stelle B) hinzu. Die Betrieb­sprü­fung in 2013 sah in der Inpacht­nahme der Hof­stelle B einen sofor­ti­gen Struk­tur­wan­del von einem land­wirtschaftlichen Betrieb zu einem Gewer­be­be­trieb, sodass der Schwein­mast­be­trieb der Regelbesteuerung zu unter­w­er­fen sei. In Abwe­ichung von der Steuer­erk­lärung unter­warf das Finan­zamt sämtliche Umsätze aus dem Betrieb der Schweine­mast bei­der Hof­stellen der Regelbesteuerung.
Der Ein­spruch blieb erfol­g­los. Die Klage stützte sich darauf, dass aus der ertrag­s­teuer­lichen Tren­nung der Hof­flächen auch deren umsatzs­teuer­liche Tren­nung folge. Dieser Auf­fas­sung fol­gte das FG Mün­ster nicht.
Den Hof­stellen waren ins­ge­samt 116,24 ha land­wirtschaftliche Nutzfläche und 564,36 mögliche Viehein­heit­en (708,96 tat­säch­liche) zuzurech­nen. Für die Umsätze kam die Durch­schnittssatzbesteuerung nach § 24 UStG nicht infrage. Anders als in der Ertrag­s­teuer, in der steuer­bare Tätigkeit­en auf mehrere Betriebe aufgeteilt wer­den kön­nen, umfasst das Unternehmen in § 2 Abs. 1 Satz 2 UStG die gesamte gewerbliche Tätigkeit des Unternehmers.