Der Koali­tion­sauss­chuss von Union und SPD hat entsch­ieden, die 70-Tage-Regelung unbe­fris­tet zu
ver­längern.
2015 trat das Min­dest­lohnge­setz in Deutsch­land in Kraft. Damit ver­bun­den stieg der Zeitraum, in dem
sich Angestellte „kurzfristig beschäfti­gen“ lassen, von 50 auf 70 Tage. So kam man Saison­be­trieben
ent­ge­gen, die saisonbe­d­ingt eine große Anzahl an Arbeit­skräften für einen begren­zten Zeitraum
benöti­gen. Arbeit­ge­ber kön­nen Saisonar­beit­skräfte bei dieser Vari­ante beson­ders gün­stig beschäfti­gen.
Sie müssen keine Kranken‑, Pflege‑, Arbeit­slosen- und Renten­ver­sicherungs­beiträge zahlen. Auch der
son­st übliche erhe­bliche Ver­wal­tungsaufwand bei der Ein­stel­lung von Arbeit­skräften hielt sich in
Gren­zen. Die Ausweitung von 50 auf 70 Tage sollte ursprünglich nur über­gangsweise gel­ten. Ab 2019
war die Rück­kehr zur 50-Tage-Regelung geplant.
Beson­ders Son­derkul­turbe­triebe dürften nun aufat­men. Land­wirtschaftliche und gärt­ner­ische Arbeit­ge­ber
kön­nen dadurch bess­er auf gut eingear­beit­ete Saisonar­beit­skräfte in ihren Betrieben zurück­greifen und
Arbeitsspitzen bess­er abdeck­en.