Mit der Frage, ob bei Ausübung zweier ehre­namtlich­er Neben­tätigkeit­en und bere­its erfol­gter Gewährung eines Frei­be­trags gemäß § 3 Nr. 26a Einkom­men­steuerge­setz (EStG) für eine Tätigkeit (Mit­glied eines Wider­spruch­sauss­chuss­es) anschließend für die andere Tätigkeit
(Ver­sicherungs­ber­atung) ein Frei­be­trag nach § 3 Nr. 26 EStG oder ein weit­er­er Frei­be­trag nach § 3 Nr. 26a EStG in Anspruch genom­men wer­den kann, befasste sich der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) in sein­er Entschei­dung vom 3.7.2018 – VIII R 28/15.
Der BFH bil­ligt keinen weit­eren Frei­be­trag zu. Er führt aus, dass, wenn der Steuerpflichtige im Rah­men sein­er ehre­namtlichen Tätigkeit als Ver­sicherten­ber­ater und Mit­glied eines Wider­spruch­sauss­chuss­es Entschädi­gun­gen für Zeitaufwand gemäß § 41 Abs. 3 Satz 2 SGB IV
erhält, wed­er die Voraus­set­zun­gen des § 3 Nr. 26 EStG noch die Voraus­set­zun­gen des § 3 Nr. 12 EStG vor­liegen. Zum einen han­dele es sich nicht um Zahlun­gen aus ein­er Bun­des- oder Lan­deskasse, zum anderen liegen keine Ein­nah­men aus neben­beru­flichen Tätigkeit­en als
Übungsleit­er, Aus­bilder, Erzieher, Betreuer oder ver­gle­ich­baren neben­beru­flichen Tätigkeit­en vor.
Zudem führt der BFH aus, dass sich aus dem Wort­laut des § 3 Abs. 26a EStG ergibt, dass es sich bei dem Frei­be­trag um einen Jahres­be­trag han­delt, der auch dann nur ein­mal zu gewähren sei, wenn der Steuerpflichtige ver­schiedene neben­beru­fliche Tätigkeit­en ausübe. Vor­liegend werde bere­its ein Frei­be­trag berück­sichtigt, sodass ein Frei­be­trag nicht erneut für das­selbe Jahr berück­sichtigt wer­den könne. Dies sei vor allem aus dem Plur­al in § 3 Abs. 26a Satz 1 EStG „Ein­nah­men aus neben­beru­flichen Tätigkeit­en “ ersichtlich.