Das Finanzgericht Schleswig-Hol­stein (FG) hat mit Urteil vom 10.3.2017 – 2 K 118/16 entsch­ieden, dass das Nutzungsent­gelt für die Zurver­fü­gung­stel­lung eines Grund­stück­es als Aus­gle­ichs­fläche für
den Naturschutz (in Form soge­nan­nter Ökop­unk­te) im Rah­men der Über­schus­seinkün­fte grund­sät­zlich im Jahr des Zuflusses zu ver­s­teuern ist. Dies gilt auch für ein Ent­gelt für die Über­nahme ein­er Kom­pen­sa­tionsverpflich­tung für die Beein­träch­ti­gung der Natur durch
Bau­maß­nah­men.
Nach Auf­fas­sung des FG sind Ent­gelte, die für Aus­gle­ichs­maß­nah­men für Ein­griffe in die Natur gezahlt wer­den, im Jahr des Zuflusses zu erfassen, wenn der zugrun­deliegende Ver­trag entwed­er eine unbes­timmte Laufzeit vor­sieht oder hierzu keine Angaben enthält. Ein­er Anwen­dung des § 11
Abs. 1 Satz 3 Einkom­men­steuerge­setz (EStG) ste­he hier der ein­deutige Wort­laut der Regelung ent­ge­gen, der einen von vorne­here­in bes­timmten Zeitraum voraus­set­ze. Eine entsprechende Anwen­dung der vom Bun­des­fi­nanzhof (BFH) zur Frage der Rech­nungsab­gren­zung bei
unbes­timmter Ver­trags­dauer entwick­el­ten und von der Finanzver­wal­tung für bilanzierende Steuerpflichtige über­nomme­nen Recht­sprechung (siehe BFH, Urteil vom 9.12.1993 – IV R 130/91, und das Schreiben des Bun­des­fi­nanzmin­is­teri­ums vom 15.3.1995, BSt­Bl. I 1995, 183), wonach bei
unbes­timmter Ver­trags­dauer von ein­er 25-jähri­gen Laufzeit auszuge­hen sei, komme nicht in Betra­cht, da die Gewin­ner­mit­tlung bei bilanzieren­den Steuerpflichti­gen zur Wahrung des Real­i­sa­tion­sprinzips anders als im Bere­ich der Über­schusser­mit­tlung grund­sät­zlich zeitraum­be­zo­gen erfolge.
Das FG hat die Revi­sion gegen das Urteil zuge­lassen; das Revi­sionsver­fahren ist beim BFH unter dem Akten­ze­ichen IX R 3/18 anhängig.