Die Anhebung der Zeit­gren­zen für eine sozialver­sicherungs­freie kurzfristige Beschäf­ti­gung auf 70 Tage gilt nun dauer­haft. Dem hat Mitte Dezem­ber auch der Bun­desrat in sein­er let­zten diesjähri­gen Sitzung
zuges­timmt.
Betriebe haben nun bessere Chan­cen, qual­i­fizierte Arbeit­skräfte für die ganze Sai­son zu gewin­nen. Für aus­ländis­che Saisonar­beit­skräfte bleibt es attrak­tiv, für eine Saison­tätigkeit nach Deutsch­land zu kom­men. Das ist ein wichtiges Zeichen für die Land­wirte, damit der Anbau von Wein, Obst und
Gemüse in Deutsch­land angesichts steigen­der Lohnkosten weit­er­hin inter­na­tion­al wet­tbe­werb­s­fähig bleibt.
Um etwaigen Prob­le­men ins­beson­dere bei der Saisonar­beit durch die Ein­führung des Min­dest­lohns im Jahr 2015 begeg­nen zu kön­nen, wur­den die Zeit­gren­zen für eine sozialver­sicherungs­freie Beschäf­ti­gung über­gangsweise von zwei auf drei Monate ange­hoben. Die nun unbe­fris­tete Erhöhung der Zeit­gren­zen auf 70 Tage ist Teil des umfan­gre­ichen Geset­zes zur Stärkung der Chan­cen für Qual­i­fizierung und für mehr Schutz in der Arbeit­slosen­ver­sicherung (Qual­i­fizierungschan­cenge­setz), welch­es der Deutsche Bun­destag am 30. Novem­ber beschlossen hat. Wird eine Beschäf­ti­gung an nicht mehr als 70 Arbeit­sta­gen oder nicht mehr als drei Monat­en inner­halb des Kalen­der­jahres aus­geübt und han­delt es sich nicht um eine beruf­s­mäßige Ausübung, spricht man von ein­er kurzfristi­gen
Beschäf­ti­gung. Bei der kurzfristi­gen Beschäf­ti­gung liegt in allen Sozialver­sicherungszweigen Ver­sicherungs­frei­heit vor. Seit Ein­führung der 70-Tage-Regelung wur­den keine sozialpoli­tisch beden­klichen Entwick­lun­gen fest­gestellt. Die Anzahl der kurzfristi­gen Beschäf­ti­gun­gen hat sich in diesem Zeitraum kaum verän­dert.