Die Unsicher­heit bei der Gewährung der land­wirtschaftlichen Alter­srenten hat ein Ende. Die Sozialver­sicherung der Land­wirte (SVLFG) kann wieder endgültig Renten bewil­li­gen.
Den Weg frei gemacht hat der Beschluss des Bun­destages am 30.11.208, die Hofab­gabepflicht als Voraus­set­zung für den Bezug ein­er Rente aus der Alterssicherung der Land­wirte (AdL) rück­wirk­end zum 09.08.2018 abzuschaf­fen. Dem hat der Bun­desrat am 14.12.2018 zuges­timmt.
Wie die Sozialver­sicherung für Land­wirtschaft, Forsten und Garten­bau (SVLFG) mit­teilte, gehen mit dem Beschluss weit­ere geset­zliche Änderun­gen zum 1. Jan­u­ar 2019 ein­her. Dies sind ins­beson­dere:
· Ver­sicherungs­frei­heit in der AdL bei Bezug ein­er vorzeit­i­gen Alter­srente
· Abschaf­fung des Renten­zuschlags wegen später­er Inanspruch­nahme der Rege­lal­ter­srente

· Befris­tung von Erwerb­s­min­derungsrenten und Anrech­nung von Ein­nah­men aus Land- und Forstwirtschaft bei aktiv­er Weit­er­be­wirtschaf­tung
· Anrech­nung von Hinzu­ver­di­en­sten auf vorzeit­ige Alter­srenten
Nach­dem Mitte Okto­ber 2018 die Vertreter aller Frak­tio­nen des Deutschen Bun­destages die Hofab­gabeklausel infolge eines Urteils des Bun­desver­fas­sungs­gerichts vom August als nicht mehr halt­bar
ansa­hen, hat­te der Vor­stand der SVLFG entsch­ieden, für die Zeit von Sep­tem­ber bis zur notwendi­gen Geset­zesän­derung vor­läu­fig Alter­srenten und vorzeit­ige Alter­srenten zu gewähren. Damit soll­ten unbil­lige Härten für die Ver­sicherten ver­mieden wer­den. Die vor­läu­fi­gen Renten­zahlun­gen erfol­gten indi­vidu­ell in der geset­zlich vorge­se­henen Höhe, jedoch bei
Rege­lal­ter­srenten ohne den Zuschlag für eine spätere Inanspruch­nahme der Rente. Die SVLFG betont, dass dies­bezüglich beste­hende Ansprüche jedoch nicht ver­loren gegan­gen sind. Sie wer­den nun mit der
endgülti­gen Entschei­dung fest­ge­set­zt. Die Abschaf­fung dieses Zuschlags ab 1. Jan­u­ar 2019 bet­rifft insoweit allein zukün­ftig gel­tend gemachte Rente­nansprüche. Eben­so haben Bezieher ein­er vorzeit­i­gen Alter­srente Bestandss­chutz. Diese müssen nicht mit ein­er Anrech­nung von Hinzu­ver­di­en­sten rech­nen, wenn ihr Anspruch bere­its am 31. Dezem­ber 2018 bestand. Als weit­ere Änderung in der land­wirtschaftlichen Kranken­ver­sicherung (LKV) wurde zur Ent­las­tung der
Unternehmer beschlossen, den Sol­i­darzuschlag zu den Leis­tungsaufwen­dun­gen der soge­nan­nten Altenteil­er bere­its in 2019 auf 76 Mil­lio­nen und bis 2022 auf 59 Mil­lio­nen Euro zu reduzieren.
Weit­er­be­wirtschafter müssen beacht­en, dass für sie nicht die Kranken­ver­sicherung der Rent­ner (KvdR) greift, son­dern sie ihren Beitrag als land­wirtschaftlich­er Unternehmer weit­er zahlen müssen. Beiträge
sind neben den Beiträ­gen aus der Rente aus der AdL auch aus außer­land­wirtschaftlichen selb­ständi­gen Erwerb­stätigkeit­en, weit­eren Renten und Ver­sorgungs­bezü­gen zu zahlen. Diese Beiträge kön­nen
ins­ge­samt gegebe­nen­falls höher aus­fall­en als die zu erwartende Rente aus der AdL. Es wird emp­fohlen, sich dies­bezüglich durch die SVLFG berat­en zu lassen. (Presse­di­enst SVLFG v. 03.12.2018)