Ent­geltliche Bewei­dungsleis­tun­gen eines Schäfers unter­liegen der Durch­schnittssatzbesteuerung nach § 24 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Umsatzs­teuerge­setz (UStG). Auf­grund der bei der Wan­der­schäfer­ei beste­hen­den Beson­der­heit­en ste­ht dem nicht ent­ge­gen, dass der
Leis­tungsempfänger die Bewei­dungsleis­tung aus Grün­den des Natur- und Land­schaftss­chutzes bezieht. So hat der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) in seinem Urteil vom 6.9.2018 – V R 34/17 entsch­ieden.
Der Kläger ist Schäfer und unter­hält eine Schafherde. Er lieferte Schafe zu Schlachtzweck­en.
In den Stre­it­jahren 2011 und 2012 erbrachte er ent­geltliche Leis­tun­gen durch die Bewei­dung von Grün­flächen mit seinen Schafen an eine Immo­bilien­man­age ment­ge­sellschaft zur Auf­gaben­er­fül­lung beim Natur- und Land­schaftss­chutz. Der Kläger ging davon aus, dass er mit
der ent­geltlichen Bewei­dung von Grün­flächen son­stige Leis­tun­gen i.S. von § 24 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 UStG erbracht habe. Das Finan­zamt demge­genüber war der Auf­fas­sung, dass es sich um Leis­tun­gen han­dele, die dem Regel­s­teuer­satz unter­lä­gen.
Nach § 24 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 UStG wird die Steuer für die im Rah­men eines land- und forstwirtschaftlichen Betriebes aus­ge­führten Liefer­un­gen und son­sti­gen Leis­tun­gen auf 10,7 % fest­ge­set­zt. Zu den land- und forstwirtschaftlichen Betrieben gehören ins­beson­der Tier­hal­tungs­be­triebe. Zwar hat der Empfänger der vom Kläger erbracht­en son­sti­gen Leis­tun­gen
diese für Zwecke der Erhal­tungs- und Entwick­lungspflege bezo­gen, sodass sie nicht zur land­wirtschaftlichen Erzeu­gung beim Empfänger beige­tra­gen haben. Der Begriff der Wan­der­schäfer­ei ist funk­tion­al zu ver­ste­hen, sodass es insoweit nur auf die Bewei­dung fremder Flächen ankommt.