Die Her­stel­lung von Fruchtjoghurt unter händis­ch­er Beimis­chung zugekaufter Frucht­mis­chun­gen ist eine Ver­ar­beitungstätigkeit eines Milch­bauern, sodass die Liefer­ung des Fruchtjoghurts der Durch­schnitts­besteuerung nach § 24 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 Umsatzs­teuerge­setz (UStG) unter­liegt – so der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) in seinem Urteil vom 27.9.2018– V R 28/17.
Die Klägerin ver­wen­dete einen Teil von der pro­duzierten Milch für ihre Joghurt­pro­duk­tion. Dabei stellte sie in den Stre­it­jahren 2008 und 2009 auch Fruchtjoghurt her, bei dem sie den von ihr hergestell­ten Joghurt mit zugekauften Frucht­mis­chun­gen ver­mis­chte. Sie ver­s­teuerte diese Liefer­un­gen nach § 24 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 UStG. Das Finan­zamt sah in der
Fruchtjoghurterzeu­gung eine sog. zweite Ver­ar­beitungsstufe und keine land­wirtschaftlichen Erzeug­nisse und änderte die Steuer­fest­set­zun­gen.
Das Finanzgericht gab der hierge­gen ein­gelegten Klage statt. Unter Berück­sich­ti­gung der zu Art. 296 MwSt­Sys­tRL ergan­genen Recht­sprechung führe die händis­che Ver­mis­chung von Natur­joghurt und Fruch­tan­teil nicht zu ein­er land­wirtschaft­sun­typ­is­chen Be- oder Ver­ar­beitung.
Der BFH entsch­ied, dass die Klägerin zur Anwen­dung von § 24 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 UStG auf den von ihr geliefer­ten Fruchtjoghurt berechtigt ist. Den land­wirtschaftlichen Erzeug­nis­sen gemäß Art. 300 f. MwSt­Sys­tRL sind die Erzeug­nisse gle­ichgestellt, die aus bes­timmten Ver­ar­beitungstätigkeit­en stam­men. Gegen­stand dieser Ver­ar­beitungstätigkeit­en waren vor­liegend
im Wesentlichen aus der land­wirtschaftlichen Pro­duk­tion der Klägerin stam­mende Erzeug­nisse.
Haupterzeug­nis war die Milch. Die Beimis­chung des zugekauften Fruchtzusatzes war ohne Bedeu­tung.