Die Liefer­ung von Pflanzen bildet mit den damit im Zusam­men­hang ste­hen­den Garten­bauar­beit­en eine ein­heitliche kom­plexe Leis­tung, wenn auf der Grund­lage eines Gesamtkonzepts etwas selb­st­ständi­ges Drittes (Gar­te­nan­lage) geschaf­fen wird. Zu diesem Ergeb­nis kam der Bun­des­fi­nanzhof (BFH) in sein­er Entschei­dung vom 14.2.2019 – V R 22/17.
Stre­it­ig ist in dem Fall, ob Pflanzen­liefer­un­gen als selb­st­ständi­ge Leis­tun­gen anzuse­hen sind oder zusam­men mit Bauleis­tun­gen des Gew­erkes „Garten- und Land­schafts­bau “ eine ein­heitliche Leis­tung bilden.
Der BFH führt aus, dass eine ein­heitliche Leis­tung in Form ein­er kom­plex­en Leis­tung vor­liegt, da durch die Kom­bi­na­tion der Pflanzen­liefer­un­gen (Büsche, Sträuch­er, Bäume, Rasen) mit den
Garten­bauar­beit­en eine Gar­te­nan­lage und damit etwas Eigen­ständi­ges, Neues geschaf­fen wurde, hin­ter das die Pflanzen­liefer­un­gen und die Garten­bauar­beit­en zurück­treten. Es geht hier nicht um das bloße Ein­set­zen von Pflanzen, son­dern um die Erstel­lung ein­er konzip­ierten
Gar­te­nan­lage nach dem Vor­bild eines Barock­gartens, beste­hend aus Rasen­flächen, Beeten, Pflanzen, Bäu­men, Wegen, Brüs­tun­gen, Git­tern neb­st Gara­gen­be­grü­nung. Bei dieser Anlage sind die einzel­nen Liefer- und Leis­tungse­le­mente so eng miteinan­der verknüpft, dass etwas
Neues geschaf­fen wurde, dessen Auf­s­pal­tung wirk­lichkeits­fremd wäre. Für den untrennbaren Zusam­men­hang spricht zudem, dass ausweis­lich hier vorhan­de­nen Auf­tragsleis­tungsverze­ich­niss­es vere­in­bart war, dass der Auf­trag­nehmer die Gewährleis­tung für das An- und Weit­erwach­sen der Pflanzen übern­immt. Die Auf­s­pal­tung dieser untrennbaren
wirtschaftlichen Leis­tung in mehrere Leis­tun­gen erscheint daher wirk­lichkeits­fremd.