Für alle forstwirtschaftlichen Betriebe, die Wald­flächen kaufen und Grun­der­werb­s­teuer dafür zahlen müssen, ist die fol­gende Entschei­dung des Finanzgerichts Düs­sel­dorf (FG) vom 16.5.2019 – 7 K 3217/18 GE von beson­derem Inter­esse: Der Wert der auf­ste­hen­den Bäume gehört bei dem Erwerb von Wald­flächen durch einen forstwirtschaftlichen Betrieb nicht zur Bemes­sungs­grund­lage der Grun­der­werb­s­teuer, da sie als Scheinbe­standteil im Sinne des § 95 BGB nur zu einem vorüberge­hen­den Zweck mit dem Grund und Boden ver­bun­den sind. Im Stre­it­fall erwarb der Kläger Wald­flächen zum Preis von 105.000Euro, wobei ein Teil­be­trag
(73.500 Euro) auf den Aufwuchs ent­fiel. Der Kläger erk­lärte dies dem Finan­zamt, das aber nicht der Aufteilung in Boden­wert und Aufwuchs fol­gte, son­dern als Gegen­leis­tung jew­eils den Wert für Boden und Aufwuchs fest­set­zte, weil gemäß § 94 Abs. 1 BGB zu den wesentlichen Bestandteilen
die Erzeug­nisse eines Grund­stücks gehörten, solange sie mit dem Grund und Boden ver­bun­den seien. Hierge­gen richtete sich die Klage.
Das FG hielt den ange­focht­e­nen GrESt-Bescheid für rechtswidrig. Unter Grund­stück­en sind nach § 2 Abs. 1 Grun­der­werb­s­teuerge­setz (GrEStG) Grund­stücke im Sinne des BGB zu ver­ste­hen.
Wesentliche Bestandteile sind nach § 94 S. 2 BGB auch Pflanzen mit dem Zeit­punkt des Einpflanzens. Zu den wesentlichen Bestandteilen gehören nach § 95 Abs. 1 BGB solche Sachen jedoch nicht, die nur zu einem vorüberge­hen­den Zweck mit dem Grund und Boden ver­bun­den
sind, dazu gehören zum Verkauf bes­timmte Pflanzen. Bei dem forstwirtschaftlichen Betrieb waren die Bäume zum Abholzen und zum Verkauf des Holzes bes­timmt. Sie soll­ten nicht auf Dauer auf den Grund­stück­en verbleiben.

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