Das Aus­gle­ichsver­bot für Ver­luste aus gewerblich­er Tier­hal­tung gilt auch, wenn bei der Aufzucht und Aus­bil­dung von Pfer­den die Tiere man­gels eigen­er Flächen in Pfer­de­pen­sio­nen unterge­bracht sind. Dies hat das Finanzgericht Mün­ster (FG) mit Urteil vom 12.4.2019 – 10 K 1145/18 F
entsch­ieden.
Die Klägerin kaufte Fohlen, bildete diese aus und ver­suchte, sie bis zum Ende eines bes­timmten Leben­s­jahres best­möglich zu verkaufen. Aus dieser Tätigkeit erwirtschaftete die Klägerin auss­chließlich Ver­luste. Das Finan­zamt behan­delte die Ver­luste als solche aus gewerblich­er
Tier­hal­tung, die beschränkt – näm­lich mit Gewin­nen aus gewerblich­er Tierzucht, nicht aber mit Gewin­nen aus anderen Einkün­ften – ver­rechen­bar seien. Die Klägerin machte hinge­gen gel­tend, dass sie nicht über eine land­wirtschaftliche Infra­struk­tur ver­füge. Die Fohlen seien bei
Pen­sion­swirten unterge­bracht wor­den. Dem­nach han­dele es sich nicht um eine land­wirtschaftliche Erzeu­gung, son­dern um eine gewerbliche Pro­duk­tion von aus­ge­bilde­ten Pfer­den. Das FG fol­gte dieser Mei­n­ung nicht und begrün­dete dies damit, dass die Ver­lustver­rech­nungs­beschränkung für
gewerbliche Tier­hal­tung ein­greife, wenn eine an sich land­wirtschaftliche Betä­ti­gung darin beste­he, über­höhte Bestände an Vieh ohne entsprechende land­wirtschaftliche Nutzfläche zu hal­ten. Die Klägerin habe eine land­wirtschaftliche Betä­ti­gung und keine orig­inär gewerbliche Tätigkeit
aus­geübt, da sie eine Tier­hal­tung und keinen Pfer­de­han­del betrieben habe. Ihr Geschäftsmod­ell habe die Aus­bil­dung der Fohlen umfasst und sei nicht auf einen kurzfristi­gen Weit­er­verkauf gerichtet gewe­sen. Die Pen­sion­shal­tung der Pferde ste­he der Annahme ein­er Tier­hal­tung nicht
ent­ge­gen, da die Klägerin weit­er­hin Hal­terin der Fohlen gewe­sen sei, die auch das wirtschaftliche Risiko der Tier­hal­tung getra­gen habe.

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