Bei Land- und Forstwirten ist der Gewinn nach dem Wirtschaft­s­jahr (Wj.) zu ermit­teln. Wj. ist hier­bei grund­sät­zlich der Zeitraum vom 01.07. eines Jahres bis zum 30.06. des Fol­ge­jahres. Abwe­ichende Regelun­gen sind für Betriebe mit hohem Fut­ter­bauan­teil, reine Wein­baube­triebe und reine Forst­be­triebe zuge­lassen. Let­ztere sowie Garten­baube­triebe kön­nen auch ein dem Kalen­der­jahr (Kj.) entsprechen­des Wj. wählen, was allen anderen Betrieben bis­lang ver­wehrt wurde.
Durch die fün­fte Verord­nung zur Änderung steuer­lich­er Verord­nun­gen (BGBl I 2020, 1495) wurde nun­mehr für alle Land- und Forstwirte die Möglichkeit geschaf­fen, neben den bish­er zuge­lasse­nen
Gewin­ner­mit­tlungszeiträu­men auch ein dem Kj. entsprechen­des Wj. zu wählen. Dies soll u. a. die Erstel­lung und Über­prü­fung der für das Kj. abzugeben­den Umsatzs­teuer­erk­lärun­gen erle­ichtern.
Die Änderung kann erst­mals für Wj. angewen­det wer­den, die nach dem 31.12.2018 begin­nen, beispiel­sweise für das Wj. begin­nend mit dem 01.07.2019. Ein­er Zus­tim­mung des Finan­zamtes bei der
Umstel­lung des Wj. auf das Kj. bedarf es danach nicht. Stellt ein LuF von einem vom Kj. abwe­ichen­den Wj. nun­mehr auf ein mit dem Kj. übere­in­stim­mendes Wj. um, ver­längert sich das let­zte vom Kj.
abwe­ichende Wj. um den Zeitraum bis zum Beginn des ersten mit dem Kj. übere­in­stim­menden Wj. Der entsprechende Gewinn ist nach § 4a Abs. 2 Nr. 1 EStG zei­tan­teilig zu berück­sichti­gen.
Zu beacht­en ist, dass sich mit dem Wech­sel des Gewin­ner­mit­tlungszeitraumes auch die Frist zur Abgabe
der Steuer­erk­lärun­gen ändert. Die für LuF, die ihren Gewinn für ein vom dem Kj. abwe­ichen­den Wj. ermit­teln, in Betra­cht kom­mende Abgabefrist kommt dann nicht länger zur Anwen­dung. In diesen Fällen
gel­ten dann die all­ge­meinen Regelun­gen zur Abgabefrist.
Hin­weis: Anbi­eten kann sich eine Umstel­lung auf das Kj. als Wj. z.B. für ver­pachtet Betriebe, Betriebe die ihren Gewinn nach § 13a EStG ermit­teln, Betriebe mit gerin­gen Gewinnschwankun­gen oder bei
kleinen luf Betrieb, deren Einkün­fte im Gegen­satz zum daneben beste­hen­den Gewer­be­be­trieb von unter­ge­ord­neter Bedeu­tung sind.