Die steuer­freie Ent­nahme ein­er Woh­nung aus dem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb­sver­mö­gen ist nach 1998 nur möglich, wenn es sich um ein Bau­denkmal han­delt (BFH-Urteil vom 16.1.2020, VI R 22/17).
Im Stre­it­fall hat­te die Klägerin seit 2002 den Land­wirtschafts­be­trieb ihres Vaters gepachtet. Auf dem Hof­grund­stück befan­den sich zwei Häuser: das Betrieb­sleit­er­haus und das ehe­ma­lige Altenteil­er­haus. Bei­de Gebäude waren seit 1987 Betrieb­sver­mö­gen und Drit­ten ent­geltlich zur Nutzung über­lassen. 2006 zog die Tochter als Päch­terin in das nicht denkmalgeschützte Betrieb­sleit­er­haus ein. 2008 über­ließ der Vater sein­er Tochter dann den land­wirtschaftlichen Betrieb unent­geltlich im Wege der vor­weggenomme­nen Erb­folge. Eine Kon­se­quenz war die Ent­nahme des Haus­es aus dem Betrieb­sver­mö­gen, die die Tochter als steuer­frei behan­delte, das Finan­zamt aber nicht.
Es fol­gte eine gerichtliche Auseinan­der­set­zung vor dem Schleswig-Hol­steinis­chen FG. Das Gericht wies die von der Erbin ein­gere­ichte Klage ab. Denn die steuer­freie Ent­nahme ein­er Woh­nung ist gemäß § 13 Abs. 4 Satz 6 Nr. 2 EStG nach dem 31.12.1998 nur noch möglich, wenn es sich hier­bei um ein Bau­denkmal han­delt.
Der BFH wies die ein­gelegte Revi­sion als unbe­grün­det zurück und bestätigte das FG-Urteil. Wie das FG ist auch der BFH der Auf­fas­sung, dass die steuer­freie Ent­nahme von Woh­nun­gen aus dem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb­sver­mö­gen nach § 13 Abs. 4 Satz 6 Nr. 2 EStG voraus­set­zt, dass es sich bei dem ent­nomme­nen Gebäude oder Gebäude­teil nach den jew­eili­gen lan­desrechtlichen Vorschriften um ein Bau­denkmal han­delt. Diese Bedin­gung erfüllte das Betrieb­sleit­er­haus nicht. Eine steuer­freie Ent­nahme schei­det damit aus.

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