Eine GbR, an der die Gesellschafter A und B zu jew­eils 50% beteiligt waren, betrieb eine Fer­ke­laufzucht. Gesellschafter A, der einen eignen land- und forstwirtschaftlichen Betrieb unter­hielt, veräußerte seinen Sauenbe­stand an die GbR und ver­pachtete die für die Sauen­hal­tung notwendi­gen Sauen­ställe an die Gesellschaft. Seine Ack­er­flächen übertrug A hinge­gen nicht auf die GbR.
Den Verkauf des Sauenbe­stands behan­delte A wie eine umsatzs­teuerpflichtige Liefer­ung. Die GbR zog die ihr von A in Rech­nung gestellte Umsatzs­teuer als Vors­teuer ab. Es kam zu ein­er Umsatzs­teuer-Son­der­prü­fung. Das Finan­zamt stufte die Veräußerung des Sauenbe­stands als nicht steuer­bare Geschäftsveräußerung im Ganzen ein, da es die Sauen­hal­tung als eigen­ständi­gen Betrieb ansah und die GbR sämtliche Gegen­stände erwor­ben hat­te, die zur Fort­führung dieses Betriebs erforder­lich waren. Die bei A verbliebe­nen Ack­er­flächen stell­ten keine für das Betreiben ein­er gewerblichen Sauen­hal­tung wesentliche Betrieb­s­grund­lage dar.
Das FG Mün­ster bestätigte die Sichtweise des Finan­zamtes (Urteil vom 20.5.2020, 15 K 1850/17 U). Der GbR wurde zu Recht der begehrte Vors­teuer­abzug ver­sagt, da die Voraus­set­zun­gen für eine nicht der Umsatzs­teuer unter­liegende Geschäftsveräußerung im Ganzen vor­la­gen (§ 1 Abs. 1a UStG). Der im Rah­men des Unternehmens von A geson­dert geführte Betrieb (= Sauen­hal­tung) wurde nach Ansicht des Finanzgerichts an einen anderen Unternehmer über­tra­gen, der den Betrieb fort­ge­führt hat. In diesem Zusam­men­hang war es auch nicht erforder­lich, den betrieb­snotwendi­gen Sauen­stall mitzuer­wer­ben. Durch das Pacht­en war die Grund­lage zur Betrieb­s­fort­führung gegeben. Das FG Mün­ster hat die Revi­sion gegen das Urteil zuge­lassen.